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-16-

Auf dem Flur konnte JD ihre Tränen nicht mehr zurück halten. In Strömen liefen sie ihr über die Wangen. Schnellen Schrittes ging sie Richtung Fahrstuhl, hoffend, dass er ihr nicht folgen würde. Als sie an der Tür von Tom vorbei kam, ging diese gerade auf. Tom blickte JD überrascht an. „Hey, was ist denn mit dir los?“, fragte er dann besorgt und zog sie in sein Zimmer. Als Tom die Tür schloss konnte sie hören, wie Izzys Tür aufging und er nach ihr rief. Tom nahm JD in die Arme, wo sie ihren Tränen freien Lauf ließ. Sie hörte, wie er fluchend Richtung Fahrstuhl lief. Wenige Augenblicke später hörten sie ihn zurückkommen. Seine Schritte verlangsamten sich und verstummten vor der Tür von Tom. Es klopfte. Tom löste sich von JD. „Soll ich öffnen?“, flüsterte er. JD, die sich etwas beruhigt hatte, zuckte mit den Schultern. Wieder klopfte es, dieses mal um einiges lauter.
JD ging von der Tür weg um die Ecke und ließ sich neben dem Bett auf den Boden nieder. Tom öffnete währenddessen die Tür einen Spalt. „Was ist los?“, fragte er Izzy, verhinderte aber, dass dieser einen Blick ins Zimmer werfen konnte. „Ist JD bei dir?“ Fast schon verzweifelt sah Izzy ihn an. Tom nickte nur. Er konnte sehen, wie sehr Izzy litt. Er machte die Tür auf und zeigte Richtung Bett. Izzy trat ein und ging hin. Neben dem Bett saß JD mit angezogenen Beinen, wie ein Häufchen Elend. Ihren Kopf hatte sie auf ihre Knie gelegt, die Arme umklammerten ihre Beine. Izzy setzte sich schweigend neben sie. Seinen Arm legte er auf ihren Rücken und er fing an ihren Nacken beruhigend zu kraulen. Still weinte JD weiter. Tom nahm seine Sachen und ging ins Bad.
Izzy starrte ins Leere, seinen Kopf hatte er an die Wand gelehnt. Er brachte keinen Ton raus. Zu gerne hätte er ihr gesagt, was in ihm vorging, wie er sich fühlte, aber es ging einfach nicht. „Was ist das mit uns?“, flüsterte JD und drehte ihren Kopf zur Seite um ihn an zu schauen. „Ich weiß es nicht.“, seufzte Izzy leise, „Ich weiß es einfach nicht“. JD blickte auf sein Handy, was er immer noch in seiner Hand hielt. „Gibst du mir deine Nummer?“, fragte sie zögerlich. „Klar gerne.“, lächelte Izzy traurig. Sie kramte ihr Handy aus ihrer Tasche und lehnte sich zurück an die Wand. Schnell waren die Nummern ausgetauscht. Kaum hatten sie das getan, klingelte erneut Izzys Handy. Dieses Mal war es Jay, der anrief. JD konnte hören, daß Jay Izzy zur Eile aufrief, da sie los wollten. Izzy legte auf und schloss die Augen. Jetzt war also der Zeitpunkt gekommen um Abschied zunehmen. Er hatte einen Kloß im Hals. „Hey,“, sagte JD leise, „du solltest jetzt gehen, du musst ja auch noch packen.“ „Kommst du noch mit?“, und in Izzys Augen war ein kleiner Funke an Hoffnung zu sehen, dass sie den Abschied noch etwas heraus zögern konnten. „Ja,“, lächelte JD schwach, „kann ich machen.“ Izzy stand auf und zog dann JD an der Hand hoch. Sie stand voreinander, blickten sich in die Augen und fochten innerlich einen Kampf aus.

Die Badtür öffnete sich, und Tom trat heraus. „Na, alles wieder Ok?“ Er sah von einem zu anderen. JD löste ihren Blick von Izzy und sah Tom hoffnungsvoll an. „Bist du noch etwas hier, dann kann ich meine Sachen bei dir lassen?“ „Jap, ich habe noch Zeit.“, nickte dieser nur und griff sich die Fernbedienung um den Fernseher anzustellen. Izzy, der immer noch ihre Hand hielt, verabschiedete sich von Tom und ging dann Hand in Hand mit JD in sein Zimmer. Dort angekommen, packte er in Rekordzeit seine Sachen zusammen. Gerade als er die letzten Teile verstaut hatte, klopfte es. Izzy öffnete die Tür, Jay trat ein. „Ich bin sofort fertig.“, und blickte traurig zu JD, die die ganze Zeit auf dem Bett gesessen hatte und sich jetzt erhob. Jay bemerkte, dass der bevorstehende Abschied, die Stimmung drückte und verließ mit den Worten „In 10 Minuten unten an der Rezeption“ das Zimmer. Izzy schloss die Tür und ging langsam auf JD zu. Sie hatte Mühe ihm in die Augen zu sehen, da sie wieder einmal gegen aufsteigende Tränen ankämpfte. Izzy nahm sie in seine Arme und drückte sie fest an sich. Einige Minuten verweilten sie so. Beide genossen die Nähe der Umarmung. JD löste sich von ihm. „Hey, du musst los. Sonst fahren sie noch ohne dich!“, grinste sie ihn an. „Das macht nix, dann fahr ich mit dir.“, antwortete er mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen. „Aber du hast recht…“, fuhr er dann fort und schloss sie wieder in seine Arme und knuddelte sie. „Izzy,“, presste sie hervor, „lass das, du musst los.“ Er ließ etwas ab von ihr und sah ihr dann fest in die Augen. „Ich habe noch nie einen so wundervollen Menschen wie dich getroffen, ich bin stolz, dass ich dich kennenlernen durfte und ich hoffe, wir schaffen es irgendwie den Kontakt aufrecht zu erhalten.“ Ihre Augen begannen zu glitzern. „Das werden wir.“, sagte sie verlegen mit belegter Stimme. Langsam näherte er sich ihren Lippen. Sie schloß die Augen und genoß diese Annäherung. Ein letztes Mal ließen sie ihre Zungen mit einander spielen. Widerwillig lösten sie sich schließlich. Izzy nahm seine Taschen und reichte JD seine Hand. Gemeinsam verließen sie das Zimmer und gingen den Flur entlang, bis zu Toms Zimmer. Vor der Tür nahm Izzy JD kurz in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Melde dich mal.“, wisperte sie leise. „Das mache ich.“, gab er zurück „Ich habe dich lieb.“, flüsterte sie kaum hörbar. „Jetzt geh rein.“, verabschiedete Izzy sie und ließ sie los. Kurz vorm Fahrstuhl drehte er sich noch einmal um. „JD, ich habe dich auch lieb.“, und warf ihr mit einem Lächeln auf den Lippen einen Kuss zu.

-17-

JD

Heute hatten wir nach 5 Tagen, wo wir fast rund um die Uhr Promotion Termine absolviert hatten endlich mal einen Tag komplett frei und verbrachten ihn ganz relaxt im Hotel. Sie lag bäuchlings auf ihrem Bett im Einzelzimmer, da Finn nach wie vor da war und Bea sich mit ihm ein Zimmer teilte. Meine Gedanken waren in jeder freien Minute bei der Bravo Supershow und dem was ich da erlebt hatte. Schlagartig war mir bewußt geworden, dass wir das, was Izzy und ich da getan hatten, nicht hätten tun dürften. Es war falsch, einfach nur falsch. Und doch hatte ich es genossen. Er war so zärtlich und gleichzeitig so fordernd, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Wie traurig er guckte, als ich ihm das Handy aufs Bett geschmissen hatte und darauf bestand, dass er den Anruf annahm. So hatte ich zumindest einen kleinen Vorsprung, als ich mir meine Tasche griff und dann schnell das Zimmer verließ. Tom hatte mich dann ja mit in sein Zimmer genommen, und beruhigt, bis er dann klopfte und Tom ihn rein gelassen hatte. Wir hatten dann die Nummer getauscht. Nachdem wir noch einmal in sein Zimmer gegangen waren um seine Sachen zu packen und uns zu verabschieden war er gegangen. Er hatte mir noch zu gerufen, das er mich lieb hat, aber er hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet. Jetzt war doch schon eine Woche herum und nach wie vor blieb mein Handy still. Ich hatte ihm in den ersten Tagen mehrfach Smsen geschrieben, aber alle blieben unbeantwortet. Um mich abzulenken, hatte ich mir den Gedanken mit der Comicgeschichte noch einmal durch den Kopf gehen lassen und war einfach mal angefangen zu zeichnen. Tom, der mich ja auf die Idee gebracht hatte, war total begeistert gewesen, als ich ihm per Email einige Bilder zukommen ließ. Wir telefonierten jetzt schon fast jeden Tag miteinander, weil ich einfach jemanden zum reden brauchte. Er half mir auch dabei meine Geschichte schriftlich vorzubereiten, sodass ich es bei den einzelnen Bildern einfacher hatte. Vorgestern hatte er kurzfristig erfahren, dass er eine Woche frei haben würde und er hatte vorgeschlagen die Tage mit uns zu verbringen. Ich freute mich schon total darauf und trotzdem war ich etwas traurig, dass ich immer noch nichts von Izzy gehört hatte. Vielleicht war ich doch nur ein kleines Abenteuer für ihn gewesen. Schnell verdrängte ich den Gedanken, denn wenn es so sein sollte, würde er mich damit ganz schön verletzen. Irgendwie konnte ich es mir von ihm auch nicht so recht vorstellen, andererseits war er auch nur ein Mann, noch dazu mit einer Freundin, die Tausende Kilometer von ihm getrennt war und das schon über längere Zeit. Ich schüttelte meinen Kopf und schloss die Augen um mich wieder auf meine Zeichnungen zu konzentrieren. Ich sah mir meinen Text und die letzten Bilder an. Malte ein paar Striche und Konturen, aber irgendwie wollte es heute nicht so richtig klappen. Ich nahm einen neuen Zettel, ließ meinen Gedanken freien Lauf und malte einfach so drauf los. Als ich fertig war und das Bild betrachtete, wurde mir bewußt, daß ich ein Portrait von Izzy gezeichnet hatte. Schnell legte ich es bei Seite. Ich wollte nicht mehr an ihn denken. Es enttäuschte mich, dass er sich einfach nicht meldete. Wieder fing ich an zu grübeln, wurde dann aber von einem Klopfen an der Tür unterbrochen. Wer da wohl schon wieder was von mir wollte? ! Mißmutig stand ich auf und ging zur Tür um sie zu öffnen. Kaum hatte ich die Tür geöffnet, wurde ich stürmisch begrüßt. Tom war mir um den Hals gefallen und knuddelte mich richtig durch. " Hey, ich habe dich vermißt," lachte er dabei. Meine Laune besserte sich. Mit Tom würde ich sicher eine lustige Woche vor mir haben.

-18-

Izzy

Jetzt war schon fast eine Woche vergangen und wie jeden Abend lag ich auf meinem Bett herum und starrte auf mein Handy. Meine Gedanken kreisten nur um JD. Sie hatte mich von der ersten Sekunde an in ihren Bann gezogen. Ihre lustige, lockere Art, ihr atemberaubendes Aussehen und ganz zu Schweigen von ihren Berührungen. Es war mir, als könnte ich sie jetzt noch spüren, wenn ich meine Augen schloss. Die ersten Tage hatte sie mir mehrere sms geschrieben. Ich wollte ihr antworten, konnte aber irgendwie nicht. Meine Gedanken kreisten immer wieder um das gleiche Thema. Ich würde alles dafür geben ihr nah zu sein, aber hatte doch auch eine Freundin, die ich liebte. Vielleicht war die Sehnsucht nach Nähe, auch nur der Wunsch wieder meine Freundin in den Armen zu halten. Es wurde Zeit, dass wir mal wieder ein paar Tage frei hatten, damit mein Grübeln ein Ende haben könnte. Ich brauchte mal genügend Zeit um einzelne Gedanken bis zu Ende zu denken. Ich legte das Handy zur Seite, stand auf, sah kurz aus dem Fenster und nahm mir dann was zu trinken vom Tisch. Mit einem Glas Wasser setzte ich mich wieder aufs Bett und zappte mich durchs Fernsehprogramm. Einer der Nachteile, dass ich immer noch nahezu kein Deutsch konnte, war ganz klar, daß ich nichts verstand, was da in der Kiste lief. Ich sollte das doch bei Gelegenheit mal ändern und versuchen es zu lernen. JD konnte mehrere Sprachen sprechen. Wieder waren meine Gedanken bei ihr. Ich nahm mein Handy wieder in die Hand. Und tippe darauf herum um zu ihrer letzten Sms zu gelangen.

Es war ein Gedicht. Am Ende hatte sie nur noch einen Satz hinzugefügt. ~ ich hoffe, DU hattest DEINEN Spaß mit mir.


Sehnsucht –
Du nagst mir am Herzen
Sehnsucht –
Du bereitest mir Schmerzen
Sehnsucht –
Du verunsicherst mich
Sehnsucht –
Dafür hasse ich Dich
Sehnsucht –
Was nur tust Du mir an
Ach Sehnsucht –
warum setzt Du mir so zu
Verfluchte Sehnsucht –
laß mich endlich in Ruh

Ihr letzter Satz, war wie ein Stich in mein Herz. Sie war sauer, dass konnte ich ganz klar merken und ich würde ihr gerne antworten, aber ich wußte nicht was. Das was wir da gemacht hatten war nicht um nur Spaß zu haben, für mich war das mehr. Wieder hatte ich das Bild vor Augen, als sie mir das Handy zuwarf und von mir verlangte das Gespräch an zu nehmen. In dem Augenblick hätte ich alles dafür gegeben, wenn das Handy aufgehört hätte zu klingeln. Ich hatte Carly ziemlich unfair abgewürgt und das Gespräch schnell beendet, nur um JD noch ein letztes Mal zusehen.

Ich mußte mit Jemanden reden. Chris kam mir in den Sinn. Er hatte es mir schon vor zwei Tagen angeboten, weil ihm wohl aufgefallen war, dass mich was beschäftigt. Genau, der würde jetzt herhalten müssen. Ich griff zum Telefon und tippe seine Nummer ein. Nach mehrfachen Tuten hörte ich seine verschlafene Stimme. " Ja", brummte er mir entgegen. " Ich muß reden", sagte ich nur. Stille in der Leitung. Dann raschelte es, er gab noch ein" Ich komm gleich rüber" von sich und legte auf. Nervös lief ich hin und her. Wollte ich ihm wirklich von JD und dem was da war erzählen? Und wie würde er reagieren, würde er mir einen Rat geben können? In meinem Kopf drehte sich schon wieder das Fragenkarussell. Ich mußte es bremsen, bevor es mich wahnsinnig macht. Da klopfte es schon an der Tür. Ich öffnete sie und ließ Chris rein. Er wirkte noch etwas verschlafen. " Sorry, das ich dich geweckt habe", begrüßte ich ihn. "Ist schon Ok," lächelte er mich an. Wir setzten uns auf mein Bett und ich begann zu erzählen. Es tat gut, so verdammt gut alles los zu werden. Am Ende nickte Chris. " Schreib ihr, was du fühlst. Mehr kann ich dir dazu auch nicht sagen." " Aber was und wie?" Stöhnte ich. " Wie schreibst du sonst deine Gefühle und das was dich beschäftigt auf? !" Zwinkerte Chris mir zu. Das war es, ein Gedicht, da drin konnte ich gut meine Gefühle ausdrücken. Chris verabschiedete sich wieder und ich nahm einen Stift und mein Notizbuch zur Hand und begann zu schreiben.

-19-

JD

Wir dürfen uns nicht lieben,

doch sind von unserem Herzen angetrieben.

Ich verspüre den Drang dich zu spüren,

und dich überall zu berühren.

All das wäre Betrug,

und getan hab ich davon schon genug.

(By MinnY)

Immer wieder starrte JD auf ihr Handy. Tom und sie waren gerade schlafen gegangen, als ihr Handy das Signal einer empfangenen Sms vor sich gab. Tom schlief schon und ließ sich davon nicht stören. JD war aber so neugierig und auch immer noch voller Hoffnung, dass er sich vielleicht doch noch melden würde, daß sie ihr Handy nahm und die Sms las. Und tatsächlich war sie von ihm. Es war ein Gedicht, was wahrscheinlich genau das aussagte, was er fühlte. In einer zweiten Sms, die kurz nach der Ersten ankam hatte er noch geschrieben, dass es ihm leid täte, dass er sich nicht eher gemeldet hatte und das sie für ihn nicht nur Spaß war. Das Ganze war jetzt fast eine Stunde her. Nun lag JD wach im Bett und konnte nicht einschlafen. Sie würde so gerne mit ihm reden, einfach nur seine Stimme hören, doch sie traute sich nicht. Sie wußte nicht, was sie sagen sollte. Unruhig wälzte sie sich hin und her. Nahm das Handy wieder in die Hand, las sich die Nachricht zum x-ten Male durch und malte sich im Kopf aus, wie so ein Gespräch wohl ablaufen könnte. JD war verunsichert, sonst war sie doch nicht auf den Mund gefallen. Sie hatte immer den passenden Spruch auf den Lippen, doch dieses Mal war alles ganz anders, so wie irgendwie alles ganz anders war mit Izzy. Genervt über ihre eigenen Unschlüssigkeit stand JD auf und ging ins Bad. Sie spritzte sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht und betrachtete sich im Spiegel, "Was ist nur los mit dir?" Sprach sie leise zu sich selbst. Sie schloss für einen Augenblick ihre Augen und atmete tief durch. Dann nahm sie ihr Handy, wählte seine Nummer. Nervös lehnte sie sich ans Waschbecken und kaute auf ihrer Lippe herum. Das Tuten kam ihr unendlich lang vor und sie wollte schon wieder auflegen, als sie ein leise ` ja ´ vernahm. Sie brachte keinen Ton raus. Mit Tränen in den Augen legte sie auf. Über ihre eigene Feigheit fluchend wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht, nahm abermals das Handy und wählte wieder seine Nummer. " Dieses Mal wirst du was sagen" schimpfte sie leise mit sich selbst. Sie setzte sich auf den Boden und lauschte wieder dem Tuten. Etwas lauter als zuvor hörte sie wieder ein ` Ja ´. Sie atmete nervös durch, immer noch in der Versuchung wieder aufzulegen. Schweigend am anderen Ende. Sie konnte seine Atemgeräusche hören. " JD?" Fragte er nun und man konnte die Hoffnung, dass sie es sein könnte förmlich hören. Sie schloss die Augen und ließ den Klang seiner Stimme in ihrem Kopf nachhallen. " Ja", flüsterte sie dann leise und sie fühlte, wie in ihr die Tränen wieder aufstiegen. " Hey, babe," raunte er nun und sie konnte hören, daß er ziemlich erleichtert klang. " Hey", wisperte sie zurück. Wieder schweigen in der Leitung. Dann hörte sie es rascheln. " Hab ich dich gestört?" Fragte sie unsicher. " Nein", gab er zurück, " ich freue mich, dass du anrufst". Erleichtert atmete sie auf. " Wie geht’s dir,was machst du so?" Bei diesen Fragen fingen ihre Tränen wieder an zu laufen. Was sollte sie jetzt darauf antworten? Sollte sie sagen, dass es ihr schlecht ging, er ihr fehlte, sie die ganze Zeit an ihn und dem was passiert war denken mußte? Nein, das wollte sie nicht. Sie wollte jetzt nicht herum jammern. " Gut geht’s," log sie und hoffte, das er es nicht merkte. " Ich habe übrigens angefangen eine Comicgeschichte zu zeichnen," überspielte sie ihre Unsicherheit. " Cool, die wird bestimmt der Hammer, zeigst du mir sie beim nächsten Treffen?" " Klar, wenn du möchtest," gab sie schmunzelnd zurück, sie könnte hören, dass ihm das Gespräch auch nicht leichtfiel. Da fiel ihr ein, dass sie ein Laptop bei ihm im Zimmer gesehen hatte. " Hast du dein Laptop bei dir?" Fragte sie nach. " Ja, warum?" Gab er zurück und sie hörte, wie er schon aufstand und in seinen Sachen am herum wühlen war. " Ich habe ein paar Bilder auf meinem drauf und könnte sie dir schicken, wenn du sie sehen möchtest?" " Klar, gerne," entgegnete er. JD konnte hören, wie er seine Tastatur bearbeitet. " Warte eben," flüsterte sie und stand auf um das Bad zu verlassen und ihrerseits das Laptop zu holen. Sie huschte leise zurück ins Bad um Tom nicht zu wecken, setzte sich zurück auf den Boden und stellte ihr Gerät an. Sie suchte die Emails mit den Bildern raus, die sie auch schon Tom geschickt hatte. Nachdem Izzy ihr, seine Adresse durchgegeben hatte, schickte sie alles los. Sie war ziemlich nervös, denn bis auf Tom hatte noch niemand dieses Bilder gesehen. Wie würden sie ihm gefallen? Auf einmal war sie sich nicht mehr sicher, ob sie so gut waren. " Ich hoffe, es gefällt dir," und an ihrer Stimme konnte er ihre Nervosität spüren. " Sicher werden sie mir gefallen. Sie sind von dir und ich weiß doch wie gut du Zeichnen kannst", munterte er sie auf. Im gleichen Augenblick hörte JD auch schon wie sein Laptop ihre Emails ankündigte. Es war wieder das Geräusch der Tastatur zu vernehmen. Dann war plötzlich alles still. Nervös kaute sie wieder auf ihrer Lippe herum. " Willst du wissen, wie ich sie finde," fragte Izzy JD jetzt ernst. " Ja" , kam es jetzt unsicher von ihr zurück und innerlich verfluchte sie sich schon, dass sie ihm die Bilder geschickt hatte und glaubte, dass sie wirklich eine Comic Geschichte malen und schreiben könnte, wie dumm von ihr. " Also," sprach Izzy jetzt ganz langsam " willst du es wirklich wissen?" Fragte er, dann noch mal nach und hatte Mühe ernst dabei zu klingen. " Ja", gab JD fast schon genervt von sich. " Also," fing Izzy wieder an, " ich persönlich würde sagen..." und verstummte für wenige Sekunden " Ja?" Hakte JD nach.

" Sie sind der Hammer, einfach galaktisch gut", begann er dann zu schwärmen und JD fiel ein Stein vom Herzen. Mit einem Mal hörte JD ihr Handy piepen, ein Blick auf das Display verriet ihr, das ihr Akku fast leer war. Mist, fluchte sie leise. " Was hast du?" Unterbrach Izzy sie. " Mein Akku gibt den Geist auf und mein Ladekabel, liegt irgendwo vergraben im Koffer. Ich kann da aber jetzt nicht so herum wühlen, weil Tom da ist und schon schläft," erzählte JD traurig. " Schade, ich hätte mich so gerne noch länger mit dir unterhalten," nachdenklich kratzte Izzy sich am Kopf. " Ich hab es", fiel Izzy dann ein, "laß uns chatten, da kann ich zwar deine Stimme nicht hören, aber es ist besser als gar nichts. "

-20-

Izzy

Diese Woche war keine gute Woche für mich. Das änderte sich erst als ich mich Chris anvertraute und er mir riet meine Gefühle die ich für JD empfand aufzuschreiben. Eigentlich hätte ich ja auch mal selber auf die Idee kommen können, aber wie auch immer es hat verdammt gut getan. Heraus kam ein kleines Gedicht. Ich schickte es ihr per Sms, hatte aber eigentlich wenig Hoffnung, dass sie darauf noch reagieren würde, weil seit ihrer letzten Sms schon 5 Tage vergangen waren und sie sicher sauer auf mich war, was ich auch aus ihrer letzten Mitteilung entnehmen konnte. Aber ein Versuch war sie alle Mal wert. Total nervös hatte ich das Gedicht eingetippt, voller Zweifel ob es bei ihr das Richtige bewirken würde, schickte ich es dann doch schließlich ab. Danach hatte ich mich schlafen gelegt und nicht mehr mit einer Antwort gerechnet. Ich brauchte fast eine Stunde um einzuschlafen, weil mir so viele Dinge durch den Kopf gingen und ich mir schon die wildesten Szenerien ausmalte, wie sie wohl reagieren würde, wenn sie sie gelesen hatte. In einer zweiten Sms hatte ich ihr versucht klar zumachen, daß das mit ihr für mich mehr als nur ein Spaß war. Gerade als ich eingenickt war, klingelte mein Telefon. Im ersten Augenblick war ich etwas verwirrt, wer wohl um diese Zeit was von mir wollte, doch dann realisierte ich, dass es JDs Klingelton war. Hektisch griff ich nach meinem Handy. Mein Adrenalin schoß in die Höhe, was würde sie mir wohl sagen, immerhin hatte ich mir ja viel Zeit gelassen, bis ich mich gemeldet hatte. Wieder spielten sich in meinem Kopf die wildesten Szenerien ab. Ich meldete mich, aber am anderen Ende der Leitung blieb es still. Ich konnte sie atmen hören. Dann wurde die Leitung plötzlich unterbrochen. Verwirrt hatte ich dann das Telefon wieder zur Seite gelegt. Einige Minuten später klingelte es erneut. Wieder war es ihr Ton und abermals ging ich ran. Ich meldete mich und wieder blieb es am anderen Ende still. Da es ja eigentlich nur JD sein konnte, fragte ich nach und sie antwortete tatsächlich. Ich mußte schmunzeln. Sie war mindestens genauso nervös wie ich gewesen. Als sie mir dann ihre gezeichneten Bilder schickte merkte ich, dass sie ganz aufgeregt war. Ich konnte es mir nicht verkneifen, sie etwas zu ärgern und tat im ersten Moment so, als ob mir ihre Bilder nicht gefallen würden. Dabei fand ich sie brillant. Leider war dann ihr Akku leer, ich hätte so gerne noch länger mit ihr geredet. Einfach nur ihrer Stimme gelauscht, die mir sogar durchs Telefon eine Gänsehaut bereitete. Da ich mich noch weiter mit ihr unterhalten wollte, wenn auch notgedrungen auf ihre Stimme verzichten mußte, schlug ich ihr vor noch ein wenig zu Chatten. So schnell wollte ich sie nicht wieder verlieren. Wir chatteten dann noch die halbe Nacht, was ich am nächsten Tag gut in meinen Knochen spüren konnte. Zur Verwunderung der anderen war ich trotz meines Schlafmangels sehr gut gelaunt. Mir ging es seit Tagen, dass erste Mal wieder richtig gut.

Gut gelaunt bedankte ich mich bei Chris und erzählte ihm alles. Chris holte mich jedoch wieder in die Realität zurück "Was macht Tom bei ihr?" Fragte er mich und schlagartig verfinsterte sich meine Miene. In mir stieg eine Wut hoch was ich nur als Eifersucht definieren konnte. Aber ich konnte doch nicht eifersüchtig sein, denn ich hatte doch eine Freundin. Wieder schwirrten mir zig Fragen durch meinen Kopf. Wieso reagierte ich so? Wieso sollte ich eifersüchtig sein? Was passiert mit mir? Was empfinde ich noch für Carly? Was war das mit uns, JD und mir? Gab es überhaupt ein UNS?

Immer wieder beteuerte ich Carly, dass sich kein Girl der Welt zwischen uns stellen könnte, aber irgendwie schien das jetzt alles zu bröckeln. JD könnte eine Gefahr für meine Beziehung werden. Und ich war bei diesem Gedanken nicht mal abgeneigt. WAS war nur los mit mir? Wie auch immer. Zumindest wollte ich auf jeden Fall herausbekommen, warum Tom über Nacht bei ihr war. Ungeduldig wartete ich, bis ich abends wieder auf mein Hotelzimmer konnte. Ich war in meiner, wenn auch bisher kurzen Zeit bei US5 ,noch nie so heiß darauf gewesen, wieder alleine zusein , wie an diesem Tag. Als ich dann endlich die Tür zu meinem Zimmer geschlossen hatte, griff ich gleich nach meinem Telefon und wählte ihre Nummer. Mit einem Mal wurde mir bewußt, was ich da eigentlich machte und war mir überhaupt nicht mehr sicher, ob ich danach fragen sollte. Denn hatte es mich eigentlich zu interessieren, was sie mit wem auch immer machte? Schließlich konnte sie tun und machen, was sie wollte und war mir keinerlei Rechenschaft schuldig.

Nervös lief ich durchs Zimmer und ließ endlose Male ihr Handy klingeln. Innerlich freute ich mich aber auch sie wieder zuhören und dem Klang ihrer Stimme zu lauschen. Zu meiner Überraschung meldete sich dann eine männliche Stimme und ich war schon kurz davon wieder aufzulegen, als mir diese Stimme sagte, das JD sofort kommen würde. In mir drin mußte ich schon wieder gegen dieses Gefühl der Eifersucht ankämpfen.

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