Startseite
  Kapitel 1 - 5
  Kapitel 6 - 10
  Kapitel 11 - 15
  Kapitel 16 - 20
  Kapitel 21 - 25
  Kapitel 26 - 30
  Kapitel 31 - 35
  Kapitel 36 - 40
  Kapitel 41 - 45
  Kapitel 46 - 50
  Kapitel 51 - 55
  Kapitel 56 - 60
  Kapitel 61 - 65
  Kapitel 66 - 70
  Kapitel 71 - 75
  Kapitel 76 - 80
  Kapitel 81 - 85
  Kapitel 86 - 90
  Kapitel 91 - 95
  Kapitel 96 - 100
  Kapitel 101 - 105
  Kapitel 106 - 110
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

http://myblog.de/hdsd

Gratis bloggen bei
myblog.de





-56-

Sarah wollte gerade los gehen um JD zu suchen, als ein fluchendes Zimmermädchen an ihr vorbeikam. Jetzt wußte sie, wo sie JD finden würde, allerdings war sie sich nicht sicher, ob sie ihr jetzt überhaupt entgegentreten sollte. JD war nicht gerade zimperlich, wenn sie wütend war, das hatten schon einige zu spüren bekommen.

Izzy war neben sie getreten. " Hey ich helfe dir suchen", bot er sich an, denn er hatte die Befürchtung, daß sie wieder dabei war irgendwelchen Blödsinn, aller ich stell mich aufs Dach, zumachen. Dankend blickte Sarah Izzy an. "Komm, ich weiß wo sie ist, aber nehme dich in acht, wenn sie wütend ist, kennt sie weder Freund noch Feind", warnte sie ihn, "Hast du noch die Zimmerkarte von Bea?" fragte sie dann und als er sie aus seiner Tasche hervor gezogen hatte, liefen sie los. In dem Gang, wo ihr Zimmer war, stand noch der Putzwagen von dem Zimmermädchen, was kurz zuvor an Sarah vorbeigelaufen war. Aus dem Zimmer kamen polternde Geräusche. " Oh, Oh," murmelte Sarah " das klingt nicht gut." Izzy sah sie fragend an. " Ich denke, sie dekoriert das Zimmer um", erklärte Sarah und ihre Schritte wurden zusehends langsamer. Izzy mußte schmunzeln. Er hatte die Bilder von seiner letzten Zimmerneugestaltung vor Augen. Er war neugierig, wie das wohl bei ihr aussehen würde. Vor der Tür angekommen, holte Sarah tief Luft und schob die Karte in den Schlitz um sie zu öffnen. Als sie die Tür einen Spalt geöffnete hatte, knallte auch schon der erste Gegenstand gegen die Tür. Begleitet wurde er mit einem gebrüllten "RAUS". Sarah zog die Tür wieder zu. Da würde sie im Augenblick keinesfalls hineingehen. Izzy mußte über Sarahs erschrockenes Gesicht grinsen. " Hey, was ist?" Grummelte sie ihn an, weil sie es nicht verstand, wie er noch grinsen konnte. "So schlimm ist es doch gar nicht", lachte er und nahm ihr die Karte aus der Hand um selber die Tür zu öffnen. Langsam schob er sie auf und trat ein, Sarah kam langsam hinter ihm her, aber immer darauf achtend, daß sie hinter ihm in Deckung gehen konnte. JD hatte ganze Arbeit geleistet. Da war sein Zimmer ja noch aufgeräumt gegen gewesen. Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gedacht, flog ihm auch schon das nächste Teil entgegen, er fing es auf und ging langsam auf sie zu, während Sarah an der Tür stehen blieb um schnell die Flucht ergreifen zu können. "Hey Babe, was ist los?" Fragte Izzy leise und mit ruhiger Stimme. Er sah ihr dabei fest in die Augen. " Verschwindet," fauchte sie und griff schon nach dem nächsten Teil. "Werf doch, wenn es dir dann besser geht", provozierte er sie. Doch ehe sie den Arm gehoben hatte, war Izzy schon vor ihr und hielt ihre Arme fest. "Laß mich los", brüllte sie ihn an und die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Wütend trat sie nach ihm. Izzy ließ sich davon nicht beeindrucken und drückte sie gegen die Wand. " Laß mich einfach zufrieden", weinte JD nun und versuchte sich weiter von Izzy zu befreien.

"Wenn du mir versprichst nichts mehr nach uns zu schmeißen, dann laß ich dich los, Ok?" Flüsterte er, als er merkte, das ihre Kraft und ihre Gegenwehr nachließ. JD nickte nur. Langsam ließ er sie los und nahm vorsichtshalber etwas Abstand von ihr. Doch der Vulkan in ihr war erloschen und sie rutschte langsam die Wand runter. Weinend umklammerte sie ihre Beine. Izzy setzte sich neben ihr hin und legte einen Arm um sie. Liebevoll streichelte er ihren Arm. Jetzt traute sich Sarah auch wieder an JD ran. Sie hockte sich vor ihr hin und strich ihr über den Kopf.

"Was war denn jetzt los, daß du so ausflippen mußtest?" Hakte Sarah nach, nachdem sich JD etwas beruhigt hatte. "Es ist meine Weihnachtsshow gewesen und der Affe kommt daher und meint, nur weil er irgend so ein Produzent ist, daß er mir das kaputt machen kann und ihr habt davon gewußt." Schluchzte JD und sah Sarah böse an. "Babe, es steht noch nichts fest, was den Auftritt von den Jungs angeht. OK, Mike hat sich da wohl etwas zu weit aus dem Fenster gehangen, aber er hat doch auch nicht gewußt, daß du dieses Jahr die Planung machst." Versuchte Sarah Mike zu verteidigen.

"Macht doch was ihr wollt, ich bin eh raus", murmelte JD. Sarah sah erschrocken zu Izzy, der nur mit den Schultern zuckte. "Was meinst du damit?" Fragte Sarah noch einmal nach. Sie sah auf und ihre Augen funkelten böse."Das was ich damit gesagt habe, ich bin raus, ich schmeiß hin oder noch einfacher ich steige aus!" Zischte sie Sarah an. "Komm, das meinst du doch nicht ernst", gab Sarah entsetzt zurück. " Doch", antwortete JD jetzt ganz ruhig und gefaßt. "Das meine ich ernst. Ich steige aus!"

-57-

Sarah blickte Izzy in die Augen und stand dann wortlos auf. Langsam verließ sie das Zimmer. JDs Worte hallten in ihrem Kopf nach. Sie ging zu den anderen zurück und setzte sich neben Leon. Der legte einen Arm um ihre Schultern und sah sie fragend an. "Was ist mit dir los? Warum bist du so blaß?" "JD steigt aus und ich glaube sie meint es ernst", flüsterte sie. Tränen bildeten sich in ihren Augen. "Wo ist sie jetzt?" Wollte Leon wissen und war schon im Begriff auf zustehen. Sarah hielt ihn zurück. "Sie ist in ihrem Zimmer, bzw. dem was davon übrig geblieben ist. Izzy ist bei ihr. Ich glaube, sie will im Augenblick keinen von uns sehen", flüsterte sie leise.

Tröstend drückte Leon Sarah an sich. Seine Gedanken kreisten alleine um die Frage, warum JD jetzt aussteigen wollte und ob es daran lag, daß sie sich in der Weihnachtsshowangelegentheit übergangen fühlte. Wobei er das verstehen konnte, denn sie hatte bis jetzt schon viel Zeit, Ideen und Liebe in das Projekt gesteckt. Und wenn er ehrlich zu sich war, dann mußte er sich eingestehen, daß er auch wütend und enttäuscht gewesen wäre, wenn Mike sich so vor ihm hingestellt und das Projekt mal eben so über den Haufen geschmissen hätte. Aber deshalb sein Musikerleben hinschmeißen, nein, das würde er nie machen.

Währenddessen wurde immer noch geschwiegen im Zimmer von JD. Izzy kraulte ihr den Rücken und hing ebenfalls seinen Gedanken über JDs Worte nach. Er wagte es nicht, sie darauf anzusprechen und es schien ihr ganz recht zu sein. Ihr weinen war verstummt und sie schien sich langsam beruhigt zu haben. Sie sah auf. Mit einem leeren Blick in den Augen sah sie Izzy an. Der hatte seinen Kopf an die Wand gelehnt und seine Augen schienen irgendeinen Punkt an der gegenüberliegenden Wand zu fixieren. Nach einem Moment bemerkte er, daß JD ihn ansah. Mit einem unsicheren lächeln auf seinen Lippen blickte er sie an. "Hey", flüsterte Izzy, denn er war sich nicht sicher, was er jetzt sagen sollte. "Hey", antwortete sie leise und lehnte sich auch an die Wand. "Geht’s wieder?" Fragte er leise. JD nickte und versuchte ihn anzulächeln. "Willst du echt die Band verlassen?" Flüsterte Izzy. "Jap", gab sie tonlos von sich. Izzy atmete tief durch. Das war selbst für ihn harte Kost. Aber vielleicht konnte er das auch nur noch nicht so nachvollziehen, weil er mit US5 ja gerade mal am Anfang seiner Karriere stand, während sie schon mehr als ihr halbes Leben auf der Bühne verbracht hatte. "Ist es wegen Mike und dem was er da von sich gegeben hat?" Wollte Izzy dann wissen. JD schwieg für einen Augenblick, als wenn sie sich die Worte noch einmal ins Gedächtnis rufen mußte. " Nicht nur", seufzte sie schließlich. "Mir ist im Augenblick einfach alles über und das, wo wir doch gerade erst ein Jahr Pause gemacht haben, vielleicht ist das alles nichts mehr für mich. Ich habe keinen Spaß mehr an dem ganzen Drum herum und dem Streß, früher hat es mir nichts ausgemacht, aber jetzt... . Ich habe keinen Bock mehr mich z.B. mit so einem Scheiß wie gerade eben mit Mike auseinander zusetzen. Ich arbeite seit 4 Monaten an der Planung und dann wird an einem Abend mal eben alles über den Haufen geworfen. Und das was mich am meisten ankotzt ist, daß sie gestern mit Leon und Sarah darüber gesprochen haben und nicht mit mir. Wozu mache ich mir dann noch die ganze Arbeit. Ich will das alles einfach nicht mehr," erklärte sie Izzy. Er nickte nur, konnte sie aber verstehen. " Aber deshalb Aussteigen? Was ist denn mit den Auftritten, das ist doch dein Leben oder auch nicht mehr?" Wollte er nun wissen. JD mußte schlucken, das war ganz klar das, was fehlen würde, wenn sie der Band den Rücken kehrte. "Das wird mir Fehlen", sagte sie leise und die nächsten Tränen suchten sich ihren Weg über ihre Wangen. Izzy zog JD auf seinen Schoß und hielt sie fest in seinen Armen. "Du solltest diese endgültige Entscheidung nicht jetzt treffen, das ist etwas, was nicht so emotional übers Knie gebrochen werden sollte", riet er ihr und gab ihr einen zarten Kuß auf ihre Haare. " Es ist ja nicht übers Knie gebrochen, ich spiele ja schon länger mit dem Gedanken", schluchzte sie. "Das schon, aber es jetzt aus einer Wut heraus endgültig zumachen, ist überstürzt. Du solltest in Ruhe mit deiner Familie reden. Ich denke einfach, es wäre nicht gut, wenn du dich ganz von der Bühne verabschieden würdest, da gibt es bestimmt noch andere Möglichkeiten," gab er ihr zu Bedenken. "Außerdem", setzte er noch nach "wann würden wir uns dann noch treffen, wenn du nicht mehr dabei bist oder willst du mich nicht mehr sehen?" Ein kleiner Lacher kam von JD. "OK, das ist natürlich ein schlagendes Argument", lachte sie dann leise. " Eben, mit wem sollte ich mir denn sonst die Zeit bis zu den Auftritten vertreiben und auf den Aftershowpartys tanzen?" Fragte er schelmisch. " Du findest bestimmt ganz schnell Ersatz für mich", flüsterte sie und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. " Möglich, aber ich will keinen Ersatz, das wäre nicht das gleiche. Ich hätte schon gerne das Original", grinste er sie an. JD lächelte verlegen zurück. " Ich werde drüber nachdenken, OK?" Liebevoll strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. In ihren Augen konnte er ein kleines Funkeln entdecken. Sanft strich er ihr erneut eine Strähne hinter ihr Ohr und ließ dann seine Hand in ihren Nacken gleiten um ihren Kopf langsam näher heran zu ziehen. Zaghaft berührten sich ihre Lippen. Er hauchte ihr lauter kleiner Küsse auf den Mund. Es huschte ein Lächeln über ihre Lippen. " Du bist verrückt", schmunzelte sie zwischen seinen Liebkosungen. " Ich weiß", raunte er und ließ dann seine Lippen mit ihren verschmelzen. Es entwickelte sich ein intensiver Kuß daraus der durch ein vorsichtiges Klopfen an der Tür unterbrochen wurde. Izzy verdrehte die Augen. "Es ist immer das Gleiche", grinste JD ihn an. " Gerade, wenn es schön wird, werden wir gestört", seufzte sie und erhob sich um zu schauen, wer da die Dreistigkeit besaß zu stören.

-58-

JD öffnete die Tür und ließ Bea rein. Die sah sich kopfschüttelnd im Zimmer um, während JD sich kurz ins Bad verdrückte. Sie bahnte sich einen Weg durch die Sachen und arbeitete sich bis zum Bett vor um darauf Platz zu nehmen. "Da haste ja mal wieder ganze Arbeit geleistet", kommentierte sie das Zimmer als JD zurück kam. Schuldbewußt sah JD sich um. Ja, das war mit Abstand das schlimmste Zimmer von denen, die sie in ihren Wutanfällen verwüstet hatte. "Jap, da hilft wohl auch kein Aufräumen mehr, oder?" "Da hilft nur noch eine Sanierung von Grund auf", lachte Izzy und griff nach JDs Hand um sie wieder zu sich herunter zu ziehen. Sie nahm zwischen seinen Beinen Platz und lehnte ihren Rücken an seine Brust. Bea registrierte, wie Izzy seine Finger mit denen von JD verflocht und sie fest umarmt hielt. Sie schien seine Nähe jetzt zu brauchen und Bea beschloß nichts dazu zu sagen. Zumindest jetzt noch nicht. Sie wollte unbedingt mit JD darüber reden. Sie konnte sich nicht vorstellen, daß das gut sein konnte und JD sich dabei wohl fühlte. Denn nach wie vor stand die Frage nach Tom im Raum und Carly war auch nur ein paar Zimmer weiter. Beas Gedanken wurden durch ein erneutes Klopfen unterbrochen. Bea stand auf um die Tür zu öffnen.

"Jetzt geht’s los. Jetzt wollen sie reden", wisperte JD Izzy zu und hoffte, das er bleiben würde. Sie brauchte ihn jetzt und das schien auch er zu spüren. "Wenn du willst, dann bleibe ich", raunte er ihr ins Ohr. Ein leises ` danke ´ kam über ihre Lippen und sie wie zur weiteren Bestätigung kuschelte sie sich noch intensiver an ihn.

Bea kam mit Sarah und Leon sowie Mirko und Max im Schlepptau zurück. Jetzt war Wild Confusion komplett. Staunend blickten sich die Jungs im Zimmer um und Max, der Jüngste, pfiff anerkennend. " Wow, ich sollte meine Kamera holen, das glaubt mir ja sonst keiner. Mirko lachte auf. " Das sagst du jedes Mal." "Wie jedes Mal?" Fragte Izzy nach. " Das ist nicht das erste Zimmer", gab JD leise zu. " Ich habe schon ein paar auseinander genommen", fügte sie verlegen hinzu. " Ein paar?" Lachte Mirko " Max hat schon ein ganzes Album davon." JD funkelte ihn böse an und Leon sah sich gezwungen einzugreifen. " Hey, das ist nicht der Grund warum wir hier sind, Jungs. Sucht euch einen Platz, wir haben schließlich nicht ewig Zeit." Leon sah zu JD und Izzy, doch bevor er irgendwas sagen konnte, gab JD ihm mit einem "Er bleibt" zu verstehen, daß sie ihn nicht gehen lassen würde.

Nachdem alle einen Platz gefunden hatten, kam erst einmal ein unangenehmes Schweigen auf. JD blickte genervt in die Runde und brach dann das Schweigen. " Also, was ist los? Warum seid ihr alle hier?" "Was los ist mußt du uns sagen und wir sind alle hier, weil es die ganze Band betrifft, oder?" Erhob nun Leon das Wort und sah JD auffordernd an. JD schnaubt leicht durch die Nase. Es kam ihr vor, als ob sie vor dem jüngsten Gericht stehen würde. Das konnte nicht viel anders sein.

Sie sah einen Augenblick in die Runde und mit einem Seufzer sagte sie schließlich " Ich werde aussteigen aus der Band." Fassungslos sahen Max, Mirko und Bea sie an. " Komm, das ist jetzt nicht dein Ernst. Warum?" Fragte Bea, die als erste ihre Stimme wieder gefunden hatte. "Warum?" JD zuckte mit den Schultern " Es macht mir keinen Spaß mehr", antwortete sie dann tonlos. " Das glaube ich dir nicht", warf Max trocken ein.

An ihren warmen Händen konnte Izzy ausmachen, daß JD ziemlich nervös war. Aufmunternd drückte er leicht ihre Hand und sie begann zu erklären, was die letzten Wochen, seit sie wieder von ihrer einjährigen Pause zurückgekommen waren, in ihr vorgegangen war. Das sie das Ganze drum herum nicht mehr ertragen konnte, daß sie sich abends im Hotel einsam fühlte, obwohl ja alle da waren für sie. Das sie der ständige Hotelwechsel nervte und sie das ständige freundlich sein und lächeln, egal wie es in ihr aussah, satt hatte. Von den ganzen Gerüchten, die um sie und Tom gemacht wurden, ganz zu schweigen. Sie gab zu, daß sie das Performen auf der Bühne nach wie vor liebte, aber sich mit dem Ganzen drum herum nicht mehr arrangieren konnte. Es widerstrebte ihr so weiter zumachen und sie wollte nicht mehr gegen ihr eigenes Inneres ankämpfen.

Betreten sah Sarah sie an. Wie hatte ihr das nur alles entgegen können. Sie hätte doch was merken müssen. Klar, daß JD sich in letzter Zeit immer mehr zurück gezogen hatte, war schon auffällig gewesen. Auch, daß sie nicht mehr so locker mit den Medien usw. umging, aber sie hatte es immer darauf geschoben, daß JD älter geworden war und mehr über ihre Worte und deren Auswirkungen nachdachte, geschoben. Das es mal soweit kommen würde, daß sie der Bühne freiwillig den Rücken kehren wollte, daß hätte sie nie erwartet. Die Bühne war immer ihr Leben gewesen und es lag ihr einfach im Blut zu singen und zu tanzen. Das konnte sie doch jetzt nicht einfach aufgeben. In Sarah regte sich Widerstand. Sie konnte und wollte das so nicht hinnehmen, da mußte es doch noch eine andere Lösung geben. Und was sollte jetzt aus der bevorstehenden Tour werden? Würde sie ihre Familie in Stich lassen?

-59-

Max nahm ihr diese Fragen ab. " Was ist mit der Tour?" Polterte er los. "Wirst du dabei sein?" Unsicher sah JD in die Runde. Wenn sie ehrlich war, hatte sie bis jetzt noch nie so weit gedacht. Ihre Gedanken waren einfach immer um den unbändigen Wunsch nach Veränderung gekreist, aber wann das Ganze stattfinden sollte, darüber hatte sie noch nicht nachgedacht. Jetzt war es soweit, aber es war doch nicht so einfach, wie sie es sich erhofft hatte. In ihren Träumen ging es ganz einfach. Sie hatte einfach ihre Sachen gepackt, jeden nochmal umarmt und war dann einfach in ein neues Leben gegangen. Keiner hatte irgendwelche Fragen gestellt. Doch in der Realität sah es anderes aus, das wußte sie. Es würden noch viele Fragen kommen und ihr war jetzt schon klar, daß sie auf die meisten keine Antwort haben würde. Sie blickte in die fragenden Gesichter ihrer Geschwister und zuckte mit den Schultern. Sie fühlte sich in dieser Situation total überfordert und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Schnell löste sie ihre Hand aus Izzys und wischte sich die Tränen weg. Warum war das alles jetzt nur so schwer?

Während er seine frei gewordene Hand auf ihren Bauch legte und ihn beruhigend streichelte, schoß ihm ein Gedanke durch den Kopf. Warum war es soweit gekommen, daß sie aufhören wollte? Wann hatte es so eine Veränderung gegeben, daß sie sich nicht mehr wohl fühlte?

Er räusperte sich und die Blicke, die bis eben auf JD ruhten sahen nun ihn an. "Mir geht da gerade ein Gedanke durch den Kopf", entschuldigte er sich. "Ja, welcher? Vielleicht hilft er uns ja", fragte Sarah, der es so leid tat ihre kleine Schwester so leiden zu sehen. "Seit wann hast du das Gefühl, das dir das alles zuviel wird?" Richtete er seine Frage an JD. "2 Jahre bestimmt schon", schniefte JD leise. " Damals waren es aber nur Tage, wo ich alles hinschmeißen wollte. Als klar war das wir eine Pause machen werden, ging es dann ja auch wieder, aber das Gefühl war nach einer Woche, nach dem wir uns zurück gemeldet hatten, wieder da und stärker denn je," erklärte sie mit Tränen erstickter Stimme. Leon runzelte seine Stirn. Izzy sah ihn fragend an. "Vor 2 Jahren hat es sich entwickelt, daß JD mehr im Vordergrund macht, während Sarah und Bea mehr in den Hintergrund gerückt sind." Erinnerte Leon sich und Sarah fügte " und da wurden die Medien mehr auf sie aufmerksam und die Arbeit wie z.B. Interviews usw. nahm natürlich zu." noch hinzu. "Und der ganze Druck lag dann auf JD, weil wir in der Zeit einen Hit nach dem anderen hatten und es nach der Pause gleich so weiter ging", kam es Leon dann in den Sinn. "Und wir haben nicht gemerkt, daß dir das zuviel wurde", flüsterte Sarah und ging vor JD in die Hocke und zog sie an sich. JD konnte nun gar nicht mehr an sich halten und weinte hemmungslos, was auch bei Sarah und Bea eine Tränenflut auslöste. Nachdenklich sahen Leon und Izzy dem Ganzen zu und auch Mirko und Max starrten stumm auf die weinenden Mädchen.

Es dauerte einige Minuten bis sich die Mädchen einigermaßen beruhigt hatten und die Tränen getrocknet waren, JD kuschelte sich wieder in Izzys Arme, die er beschützend um sie legte. Leon sah nachdenklich auf JD. "Ich weiß nicht, ob es funktioniert und ob du am Ende vielleicht sogar noch deine Entscheidung über den Ausstieg änderst, aber wir könnten versuchen die Aufmerksamkeit der Medien wieder etwas mehr auf alle zu verteilen und dich damit entlasten. Wir sagen einfach, daß du gesundheitlich angeschlagen bist und dich schonen mußt und darum keine Interviews mehr gibst. Nur noch, wenn du es möchtest. Und beim singen könnten wir es ähnlich machen. Sarah und Bea könnten wieder etwas mehr in den Vordergrund treten und mehr singen. Das mit den ständigen Hotelwechseln läßt sich wohl nicht vermeiden, aber vielleicht kann man noch freie Tage dazwischen schieben, wo wir dann mehrere Nächte in einem Hotel verbringen oder sogar mal für 3 bis 4 Tage nach Hause fahren können. Und was die Weihnachtsshow angeht, die wird so gemacht, wie du das möchtest. Du hast da solange dran gearbeitet und deine Pläne sind sehr gut. Was denkst du darüber?" Fragend blickte er ihr in die Augen. JD zuckte mit den Schultern. "Hey, es wäre ein Versuch wert, oder?" Raunte Izzy ihr aufmunternd ins Ohr.

Alle blickten sie erwartungsvoll an. "Wenn es nicht funktioniert und du immer noch aussteigen möchtest, dann haben wir es zumindest versucht", ermutigte Sarah JD. Wie abgesprochen nickten alle und JD mußte schmunzeln. Sie wußte, das ihre Familie zu ihr stehen würde, aber ob es auch so funktionieren würde, wie Leon es sich vorstellte, war eine andere Sache. Wenn sie zustimmen würde, wäre zumindest erst einmal die Tour gesichert und die war für das weitere Bestehen der Band, ob nun mit oder ohne sie, sehr wichtig. "Kann ich einen Augenblick alleine darüber nachdenken?" Fragte sie ihre Familie und sah bittend in die Runde. Verständnisvoll stimmten alle zu und erhoben sich langsam von ihren Plätzen. Auch Izzy machte Anstalten aufzustehen, aber JD hielt ihn fest. "Bleibe bitte", flüsterte sie und sah ihn erwartungsvoll an. Er nickte nur und ließ sich wieder nieder. Die anderen hatten das Zimmer verlassen. Bevor Leon das Zimmer verließ, gab er JD noch Bescheid, das sie im Frühstücksraum auf sie und ihre Entscheidung warten würden. Leise schloß er die Tür und Ruhe kehrte ins Zimmer ein. JD hatte Izzys Arme fest um sich gezogen und ihre Gedanken kreisten um das eben Gesagte und ihre bis dahin feste Meinung über den Ausstieg schien ins Wanken zu geraten. Was sollte sie jetzt nur tun?

-60-

JD hatte sich an Izzys Oberkörper gelehnt und langsam entspannte sie sich wieder. Sie konnte spürten wie sich seine Brust langsam hob und senkte. Diese gleichmäßige Bewegung strahlte eine Ruhe aus und sie bekam langsam den Kopf frei um nachzudenken. Izzy starrte gedankenverloren an die Wand gegenüber und streichelte unbewußt wieder JDs Bauch. Die Finger der anderen Hand hatte er mit JDs verflochten. Nach einer Weile löste sie sich von ihm um aufzustehen und kurz im Bad zu verschwinden. Als sie zurück kam hockte sie sich vor Izzy, der seine Beine zum Schneidersitz angewinkelt hatte und sie lächelnd ansah. "Und? Bist du zu einer Entscheidung gekommen?" Fragte er leise und nahm ihre Hände. Sie sah auf das Fingerspiel ihrer Hände und mußte grinsen. Immer, wenn sie sich so berührten, war ihr, als ob sie eine Verbindung herstellen würden, die weit über das Händchen halten hinweg ging. Es war wie das Andocken an eine Station, die ihre Gedanken miteinander verband. Wenn dann noch die Blicke ihrer braunen Augen aufeinander trafen, hatte sie das Gefühl ihre Gedanken würden einfach so zu ihm fließen und er verstand sie ohne, daß es noch weitere Worte bedurft hätte. "Du bleibst?" Flüsterte er, wobei es mehr eine Feststellung war, als eine Frage. Sie nickte. "Zumindest erst einmal, bis die Tour vorbei ist", gab sie leise zurück. Er drückte leicht ihre Hände. " Es ist die richtige Entscheidung", bestärkte er JD in ihrem Entschluß. "Wenn du es möchtest und es mir irgendwie möglich ist, werde ich versuchen, dich hin und wieder zu besuchen und wenn du dich alleine fühlst, rufe einfach an, egal zu welcher Tages oder Nachtzeit, ich werde versuchen immer für dich da zusein, OK?" Bot er ihr an und JD nickte, während sich die ersten Tränen wieder an die Oberfläche kämpften. "Hey Babe, warum weinst du denn schon wieder?" Fragte er besorgt und zog sie in seine Arme. "Danke, daß du da bist", schluchzte JD an seiner Schulter. Beruhigend strich Izzy ihr über den Rücken. Sie löste sich wieder von ihm und wischte sich ihre Tränen aus dem Gesicht. Verlegen grinste sie ihn an. "Ich glaub, ich bin dieses Wochenende etwas sehr nah am Wasser gebaut", versuchte sie ihre Tränen zu erklären und lachte. "Ich mag Wasser", lachte Izzy und strich ihr ein paar Tränen von ihrer Wange. "Und ich mag dich", fügte er dann mit einem schelmischen Grinsen hinzu. JD lachte auf. Und es klang befreiter. "Jetzt mußt du nur noch den anderen Bescheid sagen und dir überlegen, ob du uns in deiner Show haben will", grinste er sie an. Jap, aber ob ich euch noch mit einbauen kann? Hmm...", gab sie sich gespielt nachdenklich und kratze sich am Kopf. "Na ja, irgendwas wir mir zu euch schon einfallen, ich bräuchte noch ein paar Rentiere für meinen Schlitten", lachte sie ihn an. "Na, ob daß das ist was Mike und Mark vorschwebt, möchte ich bezweifeln, aber du wirst sie schon überzeugen", stimmt er in ihr Gelächter ein. JD erhob sich und sah sich im Zimmer um. Dann ging sie zum Kopfende ihres Bettes und zog einen Ordner hinter dem umgekippten Nachttisch hervor. "Wenigstens ist der noch ganz", murmelte sie und strich fast schon entschuldigend über die erste Seite. " Was ist das?" Fragte Izzy und stand ebenfalls auf. "Das sind die Pläne für die Weihnachtsshow", antwortete sie und klappte den Ordner wieder zu. "Vielleicht finden Mark und Mike ja gefallen an der Rentieridee", grinste sie Izzy an. "Um das Chaos im Zimmer kümmere ich mich nachher", sprach JD dann weiter und sah sich um. Innerlich verfluchte sie wieder einmal ihre unkontrollierbaren Wutausbrüche, sie würde da echt dran arbeiten müssen, wenn sie nicht irgendwann vorm Hotel schlafen wollte, denn es gab bereits einige Häuser, wo sie nicht mehr gerne gesehen war, bzw. auch schon Hausverbot hatte. " Können wir dann?" Fragend sah Izzy sie an. Sie nickte stumm und ging los. "Auf in die Höhle des Löwen", gab sie sarkastisch von sich und öffnete die Tür zum Flur. Izzy folgte ihr. Auf dem Flur nahm er sie in den Arm. " Ich bin ja bei dir, ich paß auf, das dich die Tieren nicht zerfleischen," lachte er und beide schlenderte den Flur zum Frühstücksraum entlang. Dort angekommen wurde es still im Raum, als sie eintraten. Alle Blicke waren auf JD gerichtet und man sah ihnen die Anspannung, ob sie nun bleiben würde oder nicht, förmlich an. JD guckte sich um und kaute auf ihrer Unterlippe herum. Zweifel, ob die Entscheidung, die sie im Zimmer getroffen hatte, richtig war, kamen in ihr hoch. "Und? Wie hast du dich entschieden?" Fragte Leon vorsichtig nach. In ihrem Kopf begannen die Gedanken schon wieder zu rasen. Was wäre, wenn... .

 ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::




Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung