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Gedanklich schüttelte sie den Kopf. Sie wußte, daß sie jederzeit aussteigen konnte und sie wollte ihrer Familie auch die Tour nicht verderben. Sie räusperte sich und sprach dann mit klarer und kräftiger Stimme "Ich bleibe. Ich denke, wenn wir es so handhaben, wie du es gerade eben im Zimmer vorgeschlagen hast, dann kann ich damit leben, zumindest bis die Tour vorbei ist. Was dann ist kann ich aber noch nicht sagen." Über ihre Entscheidung freuend, nahm Sarah sie in ihre Arme. Bei beiden kullerten die Tränen. Nach dem JD sich wieder im Griff hatte, löste sie sich von Sarah und trat einen Schritt auf Mike zu, der neben Leon saß und das Ganze schweigend beobachtete. " Das sind die Unterlagen von meiner Weihnachtsshow. Ich habe sie über Monate geplant und ich werde sie mir nicht von euch kaputt machen lassen. Wenn eure Jungs mitmachen sollen, ist das kein Problem, aber ich entscheide, wie das Ganze abläuft und sonst keiner, Ok?" Mit diesen Worten legte sie ihren Ordner vor ihm ab und guckte ihn ernst an. Es kostete sie einige Überwindung, so ruhig zu bleiben, aber sie wußte auch, daß es für die Jungs eine gute Gelegenheit war um ihren Bekanntheitsgrad noch um einiges zu steigern. Und sie gönnte ihnen den Erfolg, da sie sich noch zu gut an ihre Anfangszeiten im Showgeschäft erinnern konnte. Sie hatten es nicht leicht gehabt und es gab viele Neider, die ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegten hatten, aber sie hatten trotzdem ihren Weg gemacht und jede Hürde genommen. Herausfordernd blickte sie nun Mike an. Sie konnte sich denken, daß er ihr auf Grund ihres Alters nicht zutraute, so etwas Großes zu planen und zu organisieren, aber sie hatte schon mehrere Aktionen dieser Art und Größe geplant und auch erfolgreich mit ihrem Team durchgeführt. JD war mit ihrer Planung schon sehr gut vorangekommen und auch die Hallenbuchung und die ersten Einladungen an prominente Gäste waren schon gemacht worden.

"Ich gucke es mir an", nickte er JD zu und rief dann Mark zu sich. JD wollte sich gerade abwenden, da sprach Mike sie noch einmal an. " JD, wegen vorhin, es tut mir leid. Ich habe nicht gewußt, daß du die Planung machst, ansonsten hätte ich dich gestern schon angesprochen." Entschuldigte sich Mike bei JD. Diese nickte nur, drehte sich um und ging. Jetzt hatte er sich zwar bei ihr entschuldigt, aber wirkliche Sympathiepunkte konnte er nicht sammeln."Wo willst du hin?" Rief Bea ihr nach, als sie die Tür erreicht hatte. "Aufräumen", rief JD zurück und verließ dann den Frühstücksraum.

Sie verfluchte abermals ihre Wutausbrüche. Jetzt mußte sie nicht nur sehen, daß sie ihre Sachen wieder zusammen bekam, nein, anschließend, würde sie auch die Hotelleitung benachrichtigen müssen, daß das ein oder andere Möbelstück nicht überlebt hatte. Sie hasste es, wenn sie Außenstehende ihre Ausbrüche beichten mußte. Wenn die Wut erst einmal abgeklungen war, dann war es JD unangenehm, daß sie herum randaliert hatte. Seufzend öffnete sie die Zimmertür um sich an die Arbeit zumachen. Das randalieren war längst nicht so anstrengend, wie das Aufräumen danach, mußte sie wieder einmal feststellen.

Nach einigen Minuten hörte sie, wie vor ihrer Tür geredet wurde. Schließlich klopfte es. JD öffnete die Tür. Davor standen Bea, Chris, Izzy und Carly. JD grinste Bea an. " Na, machst du wieder Zimmerführungen?" Lachte sie. "Aber vergiß nicht, vorher den Eintritt zu kassieren, ich denke, dieses Mal werde ich das Geld gebrauchen können." Sie trat zur Seite und ließ alle herein. "Wir wollten mal gucken, wie weit du bist und ob wir dir helfen können," flachste Chris, als er an ihr vorbei ging. "Außerdem ist Izzy ebenfalls ein Experte im Zimmer zerlegen und wieder aufräumen, der wird dir sicherlich zu Hand gehen können", fügte er hinzu. Izzy bedachte Chris mit einem bösen Blick, während Carly sich erstaunt im Zimmer umsah. "Ich weiß nicht, ob sich da das Aufräumen noch lohnt, oder ob wir das Zimmer nicht lieber in Brand stecken sollten", grinste Izzy JD an und sah dann mit gespielt besorgter Miene in die Runde. JDs Blick fiel auf eine Schachtel Streichhölzer, die auf dem Boden lag und hob sie auf. " Gute Idee", grinste sie Izzy an und schob mit dem Fuß einen Haufen aus Klamotten zusammen. Chris und Carly sahen sie erschrocken an. Bea kannte JD gut genug um zu wissen, daß sie es nicht tun würde. Izzy zweifelte für einen Augenblick, aber das Lachen in ihren Augen verriet ihm, daß sie das nicht ernst meinte. "Hier als Brandbeschleuniger," grinste Izzy und nahm den Hefter mit ihren Zeichnungen um ihn auf den Haufen zulegen. " Gute Idee", Lachte JD auf und fummelte an der Streichholzschachtel herum. Die Augen von Chris und Carly wurden immer größer. "Hey, das ist doch nicht dein Ernst. Du kannst hier doch kein Feuer legen", mit leichter Panik griff Chris nach der Schachtel. "Warum nicht?" Guckte JD ihn gespielt unschuldig an und hielt die Hand Richtung Izzy gestreckt auf, damit er ihr sein Feuerzeug geben konnte. Gerade als Izzy es ihr reichen wollte, griff Carly nach seiner Hand. " Ihr spinnt doch", keifte sie leicht hysterisch los. JD und Izzy konnten sich das Lachen nicht mehr verkneifen und auch Bea stimmte mit ein. Etwas verdattert gucken Chris und Carly die anderen drei an. " Meinst du allen Ernstes, sie würde ihre Zeichnungen verbrennen"; lachte Izzy schließlich und hob den Ordner wieder auf. "Eben, aber der Rest ist egal und griff sich schnell das Feuerzeug, was Carly locker in der Hand hielt. Diese sah sie erschrocken und ungläubig an. " Du wirst doch nicht etwa...?" Weiter kam sie nicht, denn JD hatte das Feuerzeug betätigt und guckte nun auf die Flamme. Mit ruhiger und leiser Stimme sprach sie, " Sag mir, warum ich es nicht machen sollte."

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"Warum du das nicht machen solltest?" Entgeistert guckte Carly zwischen JD und dem Feuerzeug hin und her. "Weil dann das Ganze Hotel abbrennen könnte und wir dazu?" Fügte sie in einem hysterischen Ton hinzu. JD grinste sie an. "Stimmt", erwiderte sie und pustete die Flamme lachend aus. Sprachlos und verärgert schüttelte Carly ihren Kopf. "Was soll so ein Scheiß", fauchte sie aufgebracht. JD hob eine Augenbraue. "Hey, entspann dich, du glaubst doch nicht im Ernst, daß ich das machen würde, oder?", Herausfordernd funkelten ihre Augen Carly an. " Du wolltest aufräumen," warf Bea ein und bedachte JD mit einem scharfen Blick, bevor Carly antworten konnte. "Und was wollt ihr dann hier?" Grummelte JD und machte sich an den Haufen aus Klamotten. "Zusehen?" Grinste Izzy sie an. JD streckte ihm die Zunge raus. "Entweder mithelfen oder gehen", bot sie den anderen als alternative an. "Ich denke wir sind zum helfen gekommen, oder?" Fragend sah Chris in die Runde. Izzy nickte, während Carly immer noch ziemlich sauer auf JD zu sein schien. "Ich glaube, ich gehe lieber. Ihr seid ja genug", zischte sie schließlich, drückte Izzy einen Kuß auf den Mund und rauschte davon ohne JD auch nur eines Blickes zu würdigen.

JD zuckte nur kurz mit den Schultern und widmete sich dann wieder dem Chaos. Nach gut einer Stunde war das meiste geschafft und man konnte das Zimmer wieder bewohnbar nennen. Erschöpft ließen sie sich auf Bett nieder. "Ich glaube, wir sollten die beiden in unserer Band aufnehmen", lachte Bea JD an. "Jap, als Leibeigene," grinste diese und wurde sogleich von Izzy in die Seiten gepikst. " Das könnte dir wohl passen", lachte er als JD aufquietschte. Während Chris das Ganze skeptisch beobachtete, verdrehte Bea nur die Augen. "Also, ich für meinen Teil brauche jetzt eine Dusche", stöhnte sie und erhob sich. Chris, der dem offensichtlichen Geturtel der beiden nicht weiter bewohnen wollte, stand ebenfalls auf. "Ich werde mich noch etwas hinlegen", verabschiedete er sich mit einem lauten Gähnen und ging hinaus. Izzy und JD balgten währenddessen weiter auf dem Bett herum. Mit kritischem Blick sah Bea ihnen einen Augenblick zu und griff sich dann ihren Badeanzug. "Ich glaub, ich geh mal eine Runde schwimmen", sprach sie mehr zu sich selbst und verschwand dann kurz im Bad um sich ihre Duschutensilien zusammen zu suchen. Mit einem "bis später" verabschiedete sie sich. Izzy und JD nahmen ihr Verschwinden aber erst wahr, als sie die Tür ins Schloß fallen hörten. Für einen kurzen Moment hielten sie mit ihrem toben und kitzeln inne. Izzy ließ von JD ab und schaute durchs Zimmer. " Hey, wir sind ja ganz alleine", stellte er dann grinsend fest und sah JD in die Augen. Diese nutzte die Gelegenheit und flüchtete schnell vom Bett. Sie lief flugs ins Bad. Dort bemerkte sie, das Beas Kulturtasche und Handtuch fehlte. "Dann wird sie wohl schwimmen sein", murmelte sie vor sich hin und verließ wieder den Raum. Izzy hatte sich derweil ans Bettende gesetzt. Ohne ihn aus den Augen zulassen ging sie an ihm vorbei und setzte sich ans Kopfende vom Bett. Izzys Blick folgte ihr und er hatte ein breites Grinsen im Gesicht. "Hey, Angst?" Fragte er sie schelmisch. Ironisch lachte JD auf. "Vor dir?" Lachend zeigte sie ihm einen Vogel. "Sicher?" Hakte er nach und krabbelte langsam auf sie zu. " Jap, sehr sicher," gab sie selbstbewußt zurück. Er stoppte neben ihr und setzte sich vorsichtig auf ihre ausgestreckten Beine. "Jetzt kannst du nicht mehr weg", grinste Izzy sie frech an und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. "Jetzt habe ich aber Angst", gab JD lachend von sich und fügte dann ernst hinzu "warum sollte ich vor DIR Angst haben?" "Weiß nicht, vielleicht weil ich dich jetzt ohne Ende durchkitzeln könnte?" Gab er ihr zur Antwort. Schnell griff JD nach seinen Handgelenken und hielt sie fest. Herausfordernd sah sie ihm in die Augen. Er hielt ihrem Blick stand und kaute dabei auf seinem Piercing herum. Ihre Augen wanderten immer wieder zu seinen Lippen und sie erwischte sich dabei, wie sich in ihr der Wunsch ihn jetzt zu küssen breit machte. Izzy schien ihre Gedanken lesen zu können, denn die Lippen formten sich zu einem verschmitzten Lächeln. Verlegen sah sie ihm wieder in die Augen und er wußte, daß er mit seiner Vermutung, das JD an ein Zusammentreffen ihrer Lippen gedacht hatte, richtig lag. Langsam näherte er sich ihrem Gesicht und hauchte ihr einen sanften Kuß auf ihre Lippen. Schon dieser kurze Kontakt mit ihren Lippen schmeckte nach mehr. Aber würde er da nicht wieder einmal zu weit gehen? War dieser Kuß nicht eigentlich schon zuviel?

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In Izzy begann ein Kampf. Sein Verstand sagte ihm, daß es falsch war sie wieder einmal zu küssen, denn sie hatten beide Partner. Und auch, wenn er den Entschluß gefaßt hatte sich von Carly zu trennen, dann war da ja immer noch Tom. Er hatte in den letzten Wochen oft über sich und JD nachgedacht. Immer wieder hatte er sich bei dem Gedanken erwischt, daß er sich wünschte mit ihr zusammen zu sein. Aber, wenn er schon für Carly keine Zeit hatte, dann war das mit JD unmöglich, denn sie waren beide so mit ihren Bands beschäftigt, daß kaum noch Zeit für irgendwas anderes blieb von einer Beziehung ganz zu schweigen.

Sein Verstand wurde wieder von seinen Gefühlen überrumpelt. Immer, wenn JD in seiner Nähe war, gaben sie ihm zu verstehen, das sie genau das Mädchen war, was er wollte. Er möchte einfach alles an ihr. Ihr Temperament genauso wie ihre Verletzlichkeit. Sie machte jeden Spaß mit und genauso konnten sie ernste Gespräche führen. Es hatte ihn beeindruckt, wie sie mit Mike umgegangen war, sich hatte nicht von ihm unterkriegen lassen. Sie wußte genau was sie wollte und das sie es auch umsetzen konnte. Man konnte ihr wesentlich mehr zutrauen, als anderen Mädchen in ihrem Alter.

In ihrem Alter lag ein weiteres Problem. Sie war noch so verdammt jung. Auch wenn sie reifer war, als andere 16 Jährige, war sie dennoch erst 16. Gestern abend war ihm sogar einmal kurz der Gedanke gekommen, ob er überhaupt mit ihr hatte schlafen dürfen, also von der rechtlichen Seite her. Aber wenn er diesen Aspekt außen vor ließ, dann sagte sogar sein Verstand, das es ihm gefallen hatte. Es war sogar für ihn ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. Eigentlich hatte er schon vorgehabt mit ihr im Treppenhaus zureden, da sie sich so plötzlich von der Tanzfläche verdrückt hatte und auch nicht am Tisch saß, als er mit Carly von der Tanzfläche zurück gekommen war.

Doch irgendwie hatte es ihn dann doch übermannt. Es war ihm sowieso unerklärlich was alleine eine kurze Berührung ihrer Hände mit ihm machten. Es war ihm, als wenn sie dann in einer anderen Welt wären, die nur ihnen gehörte. Das Funkeln in ihren Augen hatte das übrige mit ihm getan und er hatte dann einfach nicht mehr widerstehen können und sie geküsst. Bei der Berührung ihrer Lippen hatten seine Gefühle, den Verstand besiegt und er konnte seinem Verlangen sie spüren zu wollen, nicht weiter standhalten. Er hatte das Spiel im Treppenhaus genossen und sogleich auch sein Verlangen ins unermeßliche gesteigert. Als er sie dann endlich hatte spüren dürfen, war es wie eine Befreiung, obwohl sie auch danach nicht den Reiz verloren hatte, wenn er recht darüber nachdachte, dann war der Reiz sogar noch größer geworden.

Je mehr er jetzt wieder mir ihr zusammen war oder auch nur an sie dachte, desto größer wurde auch wieder das Verlangen Zeit mit ihr alleine zu verbringen, sie zu spüren und zu berühren. Das letztere hatte ihn durch das herum toben und kitzeln wieder einmal dazu getrieben sie zu küssen. Jetzt saß er quasi auf ihrem Schoß. Das Verlangen und das Wissen, daß der Abschied für längere Zeit von ihr unaufhaltsam immer näher rückte, quälten ihn. Sollte er dem Verlangen nachgeben? Aber er wollte sich auch nicht zwischen Tom und JD drängen, andererseits, war er das nicht schon längst? Er war hin und her gerissen. Er versuchte in ihrem Handeln und in ihren Augen zu erforschen, wie es ihr ging. Er wollte und konnte nicht mit ihr darüber reden, denn er wollte stark für sie sein. JD hatte genug eigene Probleme im Augenblick, wobei er sich nicht sicher war, ob er nicht auch dazu gehörte, schließlich war das was zwischen ihnen ablief ja auch nicht ohne. Ihn belastete ja schon das ganze mit Carly, wie mußte sie sich erst mit Tom fühlen. Wie stand sie überhaupt zu Tom, nachdem das im Treppenhaus passiert war und was für eine Rolle spielte er in ihrem Leben? War er jetzt nur der gute Freund, mit dem einfach ein Ausrutscher passiert war oder hatte sie mehr Gefühle für ihn? Er war so in seinen Gedanken vertieft, daß er nicht bemerkte, wie JD ihn ausgiebig musterte. "Hey Punc", wisperte sie "ist alles in Ordnung?".

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JD hatte seine Handgelenke losgelassen und musterte ihn weiterhin. Er schenkte ihr ein mildes Lächeln, aber sie konnte an dem Ausdruck seiner Augen sehen, daß ihn was beschäftigte. "Worüber denkst du nach?" Flüsterte sie leise und versuchte ihm in die Augen zu gucken. Er wich ihren Blicken aus und legte seinen Kopf an ihre Schulter. "Ist jetzt nicht so wichtig", murmelte er leise und versuchte seine Gedanken zu verdrängen. Vorsichtig schob sie einige seiner Dreads zur Seite und hauchte ihm zarte Küsse in die Halsbeuge. Er liebte ihre Zuwendungen und gleichzeitig bereiteten sie ihm unglaubliche Schmerzen. Er war sich im Augenblick einfach nicht im klaren darüber wie es zwischen ihnen weitergehen sollte. Er hatte vom ersten Moment an gespürt, das sie etwas ganz besonderes war. Nicht nur was besonderes, sie war diejenige, die er wollte. Aber wie dachte sie über die ganze Sache? Langsam schob er seine Hand unter ihr Oberteil und streichelte sanft ihre Seiten. "Bist du sicher, das es nicht so wichtig ist?" Fragte JD jetzt leise nach. Izzy zuckte mit den Schultern und nahm seinen Kopf wieder hoch. "Ich glaube, wir müssen mal reden", flüsterte er schließlich und erhob sich von ihren Beinen. JD schüttelte sie kurz aus und zog sie dann zu einem Schneidersitz an. Izzy setzte sich nun ebenfalls in den Schneidersitz. Er saß ihr gegenüber und betrachtete sie einigen Sekunden. JD lächelte ihn aufmunternd an, denn sie spürte, das ihn etwas bedrückte und es ihm scheinbar schwerfiel darüber zu sprechen. Er öffnete seinen Mund, aber seine Stimme versagte ihm. Innerlich verkrampfte er immer mehr, zugleich ärgerte er sich über sein Verhalten. Ernst blickte ihm JD in die Augen. "Es geht um uns, oder?" Flüsterte sie leise und wußte sogleich, daß sie den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Stumm nickte er und blickte runter auf ihre Hände, die nervös an ihrem Hosensaum rumzippelten. JD schluckte, in ihrem Kopf überschlugen sich ihre Gedanken, vermischt mit Bildern ihrer Begegnungen. Traurig lächelte sie ihn an. "Sag, was dich so beschäftigt", forderte sie ihn auf und versuchte tapfer zulächeln. Ihr Bauchgefühl sagte ihr, daß er wissen wollte wie es weiter gehen sollte mit ihnen und es war eine Frage, die auch sie schon einige male beschäftigt hatte. Bis jetzt hatte sie sich eingeredet, daß das zwischen ihnen eine gute und vielleicht etwas intensivere Freundschaft war, denn schließlich war sie ja mit Tom zusammen und auch glücklich mit ihm. Aber nach der letzten Nacht konnte sie nicht mehr behaupten, das sie nur freundschaftliche Gefühle für ihn besaß. Denn wenn es nur eine Freundschaft gewesen wäre, dann wäre das im Treppenhaus nie passiert, das wußte JD. Er war mehr für sie.

Izzy nahm ihre Hände und bemerkte das sie eiskalt waren. Sie hatte Angst vor dem was jetzt kommen würde, das spürte er und auch ihm ging es nicht anders. Er holte tief Luft und sah ihr dann in die Augen, die nun einen traurigen Glanz in sich trugen. Schließlich überwand er sich. "Es beschäftigt mich schon eine ganze Zeitlang immer wieder mal, na ja und seit gestern abend geht es mir gar nicht mehr aus dem Kopf", flüsterte Izzy. " Was ist das mit uns und wie soll es weitergehen?" JD lehnte sich langsam an das Kopfteil ihres Bettes zurück und schloß kurz die Augen. Als sie diese wieder öffnete ruhte sein Blick immer noch auf ihr. "Ich kann es dir nicht sagen", wisperte sie und spürte wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete. "Ich habe dich gerne, sehr gerne sogar. Du bist in sehr kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Menschen in meinem Leben geworden. Ich genieße jede Sekunde mit dir zusammen zusein, aber auf der anderen Seite ist da immer noch Tom". Versuchte sie ihm ihre Gefühle zu erklären. " Ich denke, obwohl ich sehr viel für dich empfinde, würde es nicht mit uns funktionieren, schon zeitlich gesehen ist das nicht machbar. Aber mal davon ab, bin ich viel zu jung für dich", flüsterte JD und merkte wie ihr Herz gerade in tausend kleine Stücke verbrach. Es war die Vernunft die aus ihr sprach nicht das Herz. Izzy mußte schlucken. Eigentlich entsprach das gesagte genau seinen Gedanken, aber es tat weh es aus ihrem Mund zu hören. Ihre Worte hallten in seinem Kopf nach. Schweigend starrte er auf seine Hände, die die ihren umfaßten. "Sag was", fleht sie schon fast und er könnte aus ihrer Stimme entnehmen, das sie den Tränen nah war. Izzy sah in ihre mit Tränen gefüllten Augen und auch sein Blick begann zu schwimmen. "Komm", flüsterte er mit Tränen erstickter Stimme und zog sie in seine Arme. "Jetzt sag doch endlich was", schluchzte sie und begann zu weinen. Sie brauchten einige Minuten bis sie sich wieder gefangen hatten. JD löste sich von Izzy um wieder ihre Position vor ihm einzunehmen. Mit roten, verweinten Augen saßen sie sich wieder gegenüber. Izzy räusperte sich und JD versuchte ihn aufmunternd anzulächeln. " Das, was du gesagt hast...", er machte eine kleine Pause, als ob er sich die Worte noch einmal ins Gedächtnis rufen mußte. " Also, das mit der Zeit und dem Alter, das ist das was ich auch denke. Ich habe dich verdammt gerne und sogar mehr als das, aber du hast recht was das zeitliche und leider auch was das mit dem Alter angeht." "Ich hoffe, du bereust das von gestern abend nicht", wisperte JD und wagte nur einen kurzen Blick in seine Augen. "Nein, wie kommst du darauf?" Stieß er aus. "Babe, ich bereue keine Sekunde mit dir. Ich bin für jede einzelne unendlich dankbar und hoffe, das wir noch ganz viele miteinander verbringen werden." Tränen bahnten sich erneut ihren Weg aus JDs Augen. "Das will ich doch auch", schluchzte sie. Liebevoll legte er seine Hand auf ihre Wange und wischte mit dem Daumen die Tränen ab. "Nicht weinen, Babe," versuchte er sie zu trösten. "Du weinst doch auch", antwortete sie und ein verzweifeltes Lächeln huschte über ihre Lippen. Vorsichtig strich sie mit ihren Fingern über sein Gesicht. Izzy hielt ihre Hand fest und führte ihre Fingerspitzen an seinen Mund um sie zu küssen. Auf JDs Gesicht bildete sich ein zaghaftes Lächeln und sie schloß ihre Augen. Izzy legte seine Hand in ihren Nacken und setzte seine Küsse auf ihrer Stirn fort. Er hauchte ihr einen kleinen auf die Nasenspitze und berührte schließlich ihre Lippen. Unzählige kleine Berührungen ihrer Lippen vereinten sich schlußendlich zu einem intensiven Kuß. Ihre Zungen spielten miteinander und deren Intensität ließ darauf schließen, das es so schnell kein nächstes Mal geben würde. Vorsichtig ließ Izzy sich nach hinten fallen und zog JD mit sich ohne, daß sich ihre Münder von einander trennten. Sie lang nun auf ihm. Suchend strichen seine Hände an ihrem Körper entlang, bis er ihre Hände erreichte. Er verflocht seine Finger mit ihren und drehte sich vorsichtig mit ihr, so daß er nun halb auf ihr lag. Widerwillig löste er sich von ihren Lippen und sah JD in die Augen. "Babe, hab ich dir eigentlich jemals gesagt, ...."

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"..., daß eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben war, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe?" Grinste Izzy JD an. "Du Spinner", lachte sie auf und boxte ihm leicht auf den Oberarm. "Hey", tat Izzy empört mußte dann aber doch wieder grinsen. Zärtlich strich er ihr Strähnen aus dem Gesicht und hauchte ihr eine Kuß auf den Mund. "Ich habe dich verdammt gern, Babe", wisperte er ihr dann ins Ohr. Ein angenehmer Schauer durchströmte ihren Körper und ihr Herz hatte verlangen nach mehr, doch sie wußte, daß es kein "mehr" geben würde. Sie schloß die Augen und bemerkte wenig später, daß Izzy sich erhob. "Gehst du?" Flüsterte sie ohne die Augen wieder zu öffnen. "Nein, ich wollte dich nur zu decken. Ich dachte, du schläfst," gab er leise zurück. "Fast," murmelte JD. Und streckte sich etwas. Izzy zog die Decke über JD und sich und kam dann wieder neben ihr zu liegen. JD hatte sich auf die Seite gedreht, so daß Izzy sich an ihren Rücken kuscheln konnte. Sie nahm die Hand, die er auf ihre Hüfte gelegt hatte und verflocht ihre Finger mit seinen. Beide genossen die Nähe des anderen trotz des Wissens, daß es das letzte Mal sein würde, oder auch gerade deshalb. Nach wenigen Minuten waren sie ins Land der Träume abgedriftet, denn die letzte Nacht war sehr kurz gewesen.

Izzy und JD wurden wach, als es im Zimmer scheinbar zu Blitzen anfing. Verschlafen rieben sie sich die Augen und entdeckten Bea und Chris, der mit einem Fotoapparat bewaffnet war. "Hey, ihr Schlafmützen, aufstehen, ihr werdet schon vermisst", lachten beide und Chris richtete abermals seine Kamera auf sie aus. "Laß das," brummte Izzy und streckte sich. "Ihr müßt wirklich aufstehen, es gibt Abendbrot und dann soll nochmal über die Weihnachtsshow geredet werden", sagte Bea nun ernst und zog die Decke weg. "Wie spät ist es denn überhaupt", brummte JD und setzte sich langsam auf. "Gleich 19 Uhr", stellte Izzy mit einem kurzen Blick auf den Wecker fest. "Was ist nun? Los kommt", drängelte Chris " ich habe Carly versprochen, daß ich mit dir zurück kommen werde. Ansonsten macht sie mich wohl einen Kopf kürzer." "Wir stehen ja schon auf", grummelte Izzy und blickte fragend auf JD "oder?" "Wenn es sich nicht vermeiden läßt", murmelte diese nur und schwang ihre Beine aus dem Bett um sich auf den Weg ins Bad zu machen. "Du hast Nerven, dich mit ihr hier ins Bett zulegen, während deine Freundin 3 Zimmer weiter auf dich wartet," flüsterte Chris Izzy zu, als JD im Bad verschwunden war. Izzy antwortete ihm nur mit einem bösen Blick. "Ich sag ja schon nichts mehr", wich Chris zurück. JD machte das Bad für Izzy frei und suchte sich ein frisches T-Shirt aus dem Schrank um es zu wechseln. Als sie sich umdrehte, erschrak sie. Izzy stand lächelnd in der Badtür und sah sie an. "Man hast du mich erschreckt", gab sie lachend von sich. Bea trat neben JD. "Da hast du wohl nochmal Glück gehabt, daß wir anwesend sind, was? Ansonsten hätte Izzy dich bei dem Anblick jetzt bestimmt vernascht, oder?" Fragend und mit einem Lachen auf den Lippen guckte sie Izzy an. Traurig und ohne zu Antworten drehte er sich weg und ging an ihnen vorbei zu Chris. Erstaunt guckte Bea ihm nach und sah dann zu JD. Diese blickte ebenfalls traurig und versuchte das mit hektischem Herumkramen im Schrank zu überspielen. Verwundert schaute nun auch Chris von einem zum anderen. "Hey, laß uns gehen, ich muß noch kurz auf mein Zimmer", murmelte Izzy und setzte sich in Bewegung. Mit einem leisen `bis gleich ´ und einer leichten und eher zufälligen Berührung auf JDs Rücken ging er hinaus. Chris trottete kopfschüttelnd hinterher. Kaum hatte er die Tür hinter sich geschlossen, rannten Tränen über JDs Gesicht und sie ließ sich auf dem Boden nieder. Tröstend nahm Bea sie in den Arm. "Babe, was ist los?" Fragte sie vorsichtig. "Es tut so weh", schluchzte JD. "Was tut weh?" Bea verstand kein Wort. " Wir haben quasi die Fronten geklärt und sind zu dem Entschluß gekommen, daß wir uns zwar sehr mögen, aber das was wir bisher gemacht haben, zu weit gegangen ist und wir mehr auf Abstand gehen werden," flüsterte JD Tränen erstickt. "Was ist den überhaupt mit Carly und Tom?" Hakte Bea nach. "Er macht Schluß mit ihr, wenn sie wieder in Berlin sind", antwortete sie stockend. "Und Tom?" JD zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es einfach nicht. Ich habe ihn doch auch gern", seufzte sie. "Laß es einfach auf dich zukommen, Ok?" Riet ihr Bea und half JD dann hoch, damit sie sich erneut frisch machen konnte. Gedanklich fragte sich Bea, wie die beiden sich so etwas nur antun konnten.

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