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Izzy ging auf JD zu und zog sie in seine Arme. Schluchzend drückte sie sich an seine Brust. Seinen Blick hatte er weiter auf den Fernseher gerichtet, der gerade eine aufgebrachte Schar an Fans zeigte. Er verstand kein Wort von dem was sie da in die Kamera brüllten ,aber JDs Reaktionen nach, war es nichts nettes. Geschickt angelte er sich die Fernbedienung vom Bett und schaltete den Kasten aus. Angenehme Stille machte sich breit, die nach wenigen Momenten durch das Klingeln ihres Handys unterbrochen wurde. JD zuckte erschrocken zusammen. "Hey, geh ran", flüsterte Izzy und gab sie aus seiner Umarmung frei. Widerwillig nahm sie das Telefon in die Hand und nahm den Anruf entgegen. Ihrer Art des Sprechens entnahm Izzy, daß es sich dabei um Tom handelte. Die Beiden schienen über die Bilder, die bei VIVA gezeigt worden waren, zureden. Abermals kullerten dicken Tränen über JDs Gesicht. Fast schon hilfesuchend blickte sie Izzy an. Der trat leise näher an sie ran und legte seine Arme an ihre Hüfte. JD drehte sich etwas, so daß sie mit dem Rücken zu Izzy stand und lehnte sich leicht an seine Brust. Dieser begann schon fast automatisch ihren Bauch zu kraulen. Gedanklich fragte er sich dabei, was er da eigentlich gerade tat. Er hatte die Frau, die ihm alles bedeutete im Arm und diese war mit ihrem Freund am Telefonieren. Aber sie war unglücklich und bedurfte seine Nähe und so drängte er seine Gedanken wieder einmal zurück. Nachdem sie das Gespräch beendet hatte, schloß sie die Augen und genoß kurz die Nähe von Izzy. Sie mußte sich kurz sammeln, bevor sie ihm erklären konnte, was genau da im Fernseher gezeigt und vor allen Dingen gesagt wurde. "Laß uns setzen", flüsterte Izzy und zog sie mit aufs Bett, wo sie sich im Schneidersitz einander gegenüber hinsetzten. "Hast du irgendwas verstanden, was auf VIVA gesprochen wurde", begann JD das Gespräch und guckte Izzy fragend an. "Nein, nicht wirklich", gab er zurück und ärgerte sich innerlich, daß er noch immer nicht in der Lage war diese Sprache zumindest ansatzweise zu verstehen, an sprechen mochte er noch gar nicht denken. JD holte tief Luft und begann dann zu erklären, was genau jetzt eigentlich los war. Die ersten Bilder, die in dem Bericht gezeigt wurden, waren Bilder vom ersten Treffen von Tom und JD. Sie wurden als Einleitung für die angebliche Katastrophe genutzt. Weiter Bilder zeigten Tom und JD bei der Bravo Supershow und der anschließenden Aftershowparty. Dann folgten Bilder, deren Herkunft sich JD nicht so wirklich erklären konnte. Auf diesen Bildern war zu sehen, wie sie sich küßten bzw. aneinander gekuschelt irgendwo standen. Hiermit wurde dokumentiert, daß die beiden jetzt ein Paar waren, was natürlich bei den weiblichen Fans von Tom nicht wirklich auf Gegenliebe stieß. Eher das Gegenteil war der Fall. Vor den Kameras von VIVA hatten sie ihrem Hass freien Lauf gelassen und JD war klar, daß die nächste Zeit nicht einfach werden würde. Mit glasigen Augen blickte JD Izzy in die Augen, der ihr schweigend zugehört hatte. Es machte ihn traurig sie so zu sehen. "Ich habe Angst", wisperte JD und wischte sich mit dem Handrücken die ersten Tränen aus den Augen. Ihre Worte brachen ihm fast das Herz. Er wollte nicht, daß sie vor irgendwas oder irgendwen Angst haben muß und doch wußte er, daß diese Angst berechtigt war. Diese aufgebrachten Fans waren zu allem fähig, wenn sie sich erst einmal was in den Kopf gesetzt hatten. "Du mußt es den anderen erzählen. Und ihr braucht dann eine Security", gab Izzy leise zurück und wischte die erneut aufkommenden Tränen aus JDs Gesicht. Tapfer versuchte diese zu lächeln, was ihr aber nicht wirklich gelang. Noch ehe sie darauf irgendwas sagen konnte, klopfte es laut an der Tür. Izzy sprang auf um sie zu öffnen. JD hörte, daß es Leon und Jay waren. Schnell wischte sie sich die Tränen aus den Augen. Beide traten ein und blickten mit besorgter Miene auf JD. "wir haben dich schon überall gesucht. Hast du VIVA geguckt?" Fragte Jay vorsichtig nach. JD nickte nur leicht und in ihren Augen begann es wieder zu glitzern. Izzy ließ sich neben ihr nieder und legte tröstend einen Arm um ihre Schulter. "Ich war gerade unten in der Lobby. Du kannst dort auf keinen Fall runter, da sind unzählige Tomfans. Sie sind nicht wirklich gut auf dich zu sprechen," berichtete Jay. "Ich hab auch schon einige auf den Gängen herum schleichen gesehen", fügte Leon noch hinzu und zückte sein Handy um Sarah zu benachrichtigen, wo JD war. Diese hatte sich bereits mit ihren Securityunternehmen in Verbindung gesetzt, was aber wohl nicht so erfolgreich verlaufen war. Leise fluchend legte Leon wieder auf und berichtete kurz, daß so kurzfristig die Security nicht bereit stand, da diese auf einer Großveranstaltung waren. Sie sollten bis morgen warten.

"Ich will hier weg", wisperte JD leise. Izzy zog sie an sich ran und ein Gedanke kam ihm. "Was ist mit Frank?" Sah er Jay fragend an. "Ich denke, wir können ihn entbehren", gab Jay zurück. "Ich geh zu Mark und Mike und klär das eben, bleibt so lange hier. Bestellt euch das Frühstück aufs Zimmer", wies er Izzy und JD an. Mit Leon im Schlepptau machte er sich auf den Weg.

Izzy hielt JD noch eine Weile im Arm, dann machte er sich daran Frühstück zu bestellen. JD saß auf dem Bett und starrte stumm vor sich hin. In ihrem Kopf herrschte eine Leere, die ihr Angst machte und wie schon so oft kamen ihr wieder die Gedanken ans Aufhören. Vielleicht war das, was da jetzt gerade losbrach ein Zeichen dafür, daß sie sich aus dem Showbiz zurückziehen sollte. Ihr wurde immer bewußter, daß sie sich mit der Beziehung zu Tom eine große Anzahl an Feinde an den Hals geholt hatte und sie fragte sich, ob es das wert war.

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Nach dem Frühstück, was Izzy fast alleine aß, weil JD keinen Appetit hatte und sich auch nicht von Izzy zu essen animieren ließ, kam Frank um JD abzuholen. Er erklärte den Beiden kurz, was er mit Leon, Jay und den Managern abgemacht hatte. Schnell packte Izzy seine Koffer zusammen. Nach wie vor saß JD fast regungslos auf dem Bett. Als Izzy fertig war, hockte er sich zu ihr und sah ihr in die Augen. Der leere Blick ließ ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen. In ihm wuchs die Sorge, das sie vielleicht etwas unüberlegtes tun könnte. Wortlos zog er sie in seinen Arme, denn er wußte nicht so recht was er sagen sollte. Er wollte, daß sie glücklich war und sie wieder lachen sehen. Wie nur konnte er ihr helfen? Er konnte sich denken, daß die nächste Zeit sehr schwer für sie sein würde. Aber ihm kam im Augenblick auch keine Idee, wie man das Ganze noch in eine andere Richtung drehen könnte, denn die Bilder waren zu eindeutig, als das man da eine einfache Freundschaft hätte raus interpretieren können. Mit einem lauten Klopfen kündigte Frank den Aufbruch an. Beide erhoben sich vom Bett. Izzy nahm seinen Koffer und legte seinen Arm um JD. Schnell brachte Frank sie zum Auto. Unerkannt konnte JD das Hotel verlassen.

Nun fuhren sie schon eine halbe Ewigkeit auf der Autobahn. Ihren Kopf an die kühle Scheibe gelehnt, versuchte sie wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Alles drehte sich in ihr. Lauter konfuses Zeug rauschte wie ein reißender Bach durch den Kopf. Sie spürte, wie Izzy ihre Hand etwas fester drückte. Langsam ließ sie ihren Blick zu ihm gleiten. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen guckte er sie aufmunternd an. Kurz zuckten JDs Mundwinkel, als wollten sie das Lächeln erwidern.

Das Auto verlangsamte seine Fahrt und bog auf einen einfachen Rastplatz ab. Dort brachte Frank das Auto zum Stehen. Er nahm sein Handy, führte leise ein kurzes Gespräch und drehte sich dann zu den beiden um. Izzy hatte derweil seinen Arm um ihre Schulter gelegt und sie wieder näher an sich heran gezogen, was sie scheinbar beruhigte. Ihr Kopf ruhte an seiner Schulter und ihre Augen waren geschlossen. Izzy hatte seinen Kopf an ihren gelehnt und summte kaum hörbar eine Melodie. Für Frank war es ein trauriger Anblick. Er wußte aus seiner langjährigen Berufserfahrung, daß das was heute stattgefunden hatte, gerade mal der Anfang sein würde. Sie wirkte im Moment so zerbrechlich, wie sollte sie nur alles weitere schadlos überstehen? Er nickte Izzy zu und dieser unterbrach sein Gesumme. "Sie sind gleich da", sprach Frank und drehte sich wiederum um die Tür zu öffnen und auszusteigen. Als dieser die Tür von außen geschlossen hatte, öffnete JD ihre Augen und setzte sich wieder auf. Still liefen ihr Tränen über die Wangen. Nervös kramte sie nach einem Taschentuch und wischte sie wieder weg. Ratlosigkeit machte sich bei Izzy breit. "Hey nicht weinen, es wird schon wieder", flüsterte er unsicher und guckte sich um. "Wollen wir etwas an die frische Luft gehen, ich glaub, das ist jetzt eine gute Gelegenheit, wo mal keine Fans da sind", sprach er weiter und guckte JD erwartungsvoll an. Mit einem leichten Nicken stimmte sie zu. Vielleicht war es die letzte Chance in nächster Zeit noch mal an die Luft zu kommen ohne quasi in Stücke gerissen zu werden. Izzy drückte sie kurz und öffnete dann die Tür. Beide kletterten aus den Wagen und reckten und streckten sich. Die klare Luft tat gut. JD fiel erst jetzt auf, daß sie ja ohne Jacke war. Leicht fröstelnd rieb sie sich ihre Arme. Frank der etwas weiter abseits gestanden hatte, kam auf die beide zu. "Hey, JD geh wieder ins Auto, das ist viel zu kalt so", riet er ihr, doch sie schüttelte nur mit dem Kopf. "Geht schon", gab sie zurück und merkte wie sich zwei Arme von hinten um sie legten. "Babe, du wirst krank, es ist so echt zu kalt", flüsterte Izzy leise und fühlte ihre Hände, dann löste er sich von ihr und ging an den Kofferraum um in einer seiner Taschen herum zu wühlen. Mit der Jacke, die JD bereits am Abend zuvor getragen hatte, kam er zurück und gab sie ihr. "Hier anziehen", sprach er bestimmt, aber mit einem Zwinkern. Sie zog die Jacke über. Frank mußte schmunzeln, als Izzy zusätzlich noch JD in seine Arme zog um sie aufzuwärmen. JD kuschelte sich an ihn. Er strahlte eine Ruhe aus, die sie jetzt brauchte. Gerade als sie sich begann zu entspannen, fuhr ein weiteres Auto auf den Parkplatz. Nervös blickte JD in dessen Richtung. In Izzy kroch die Unruhe hoch und er folgte ihrem Blick. Schnell erkannte er, dass es der Van von seinem Management war und er entspannte sich wieder. "Hey, das sind nur die anderen Jungs", flüsterte er JD zu und strich ihr beruhigend über den Rücken. Sie nickte nur stumm und drückte sich dennoch fester an ihn. In beiden machte sich das Gefühl der Traurigkeit breit, weil die Trennung unmittelbar bevor stand.

Kurz nach dem der Van angehalten war, fuhr auch der Tourbus von Wild Confusion auf den Rastplatz und hielt hinter dem Van. Dort hatten sich bereits die Türen geöffnet und die anderen Jungs wie auch die beiden Manager stiegen aus. Während die Jungs begannen rumzutoben, gingen Mark und Mike zu Frank, Izzy und JD rüber. Die Mitglieder von Wild Confusion strömten nun ebenfalls aus dem Bus und Sarah und Leon begaben sich ebenfalls zu Frank und Co. Besorgt fragte Sarah nach wie es JD ging. Mit einem `bin OK´ und dem Versuch zu lächeln, konnte sie allerdings niemanden wirklich überzeugen. Leon drängte zur Weiterfahrt. Nun hieß es also Abschied nehmen und Izzy merkte, wie sich in ihm alles zusammenschnürte. Er wollte sie nicht gehen lassen, er konnte sie doch nicht in dieser Situation alleine lassen. Er versuchte sich zusammen zu reißen. Er wollte es ihr nicht noch schwerer machen. Nachdem sich alle voneinander verabschiedet hatten, ließen sie die beiden noch etwas alleine. Izzy legte seine Stirn an die ihre und sie blickten sich einen Moment lang schweigend in die Augen. "Jetzt ist es wohl soweit", flüsterte sie leise und ihr kam der Gedanke, daß sie doch eigentlich nur befreundet waren und ihr die Trennung dennoch so unendlich schwer fiel, sogar noch schwerer als die von Tom. Dieser Gedanke verwirrte sie und sie schob in beiseite. Langsam näherten sich ihre Lippen und sie ließen sich für einen kurzen Moment dazu hinreißen, sich zu küssen. Ein letztes Mal berührten sich ihre Zungen für wenige Sekunden. Sie lösten sich von einander und nach einer letzten intensiven Umarmung und dem beidseitigem Versprechen ganz viel telefonieren zu wollen, brachte Izzy JD zur Bustür, wo sie eher widerwillig einstieg. Izzy schlenderte zum Van, während der Bus schon dabei war den Parkplatz zu verlassen. Als er den Van betrat, richteten sich alle Blicke auf ihn. doch eher irgendwer ihn auch nur auf den Kuss ansprechen konnte, knurrte er nur ein, `ich will nichts hören ´ in die Runde, ließ sich auf seinen Platz fallen und stöpselte sich die Kopfhörer von seinem I pod ein. Mit geschlossenen Augen lauschte er der Musik und versuchte seine Gedanken in geordnete Bahnen zu lenken. Sie waren erst für Minuten getrennt und er vermisste sie mehr denn je. So hatte er nicht einmal Carly vermisst, als er nach Deutschland gekommen war. Dieses Gefühl machte ihm Angst, denn es machte ihm bewußt wieviel er für sie empfand.

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Jetzt waren schon 14 Tage vergangen und es war die Hölle für JD. Egal wo auch immer sie einen Auftritt hatten, wurden sie von Tokio Hotel Fans belagert, die JD aufs übelste beschimpften. Beim letzten Auftritt in einer TV Show , wo sie ihre neue Single vorstellen sollten, wurde sie aus dem Publikum mit diversen Gegenständen beschmissen. Sie stand ihren Auftritt zwar durch, brach dann aber hinter der Bühne weinend zusammen. Sie waren dann sofort nach Hause abgereist. Auf der Fahrt dahin hatte JD nur schweigend im Bus gesessen und sie ließ sich nicht mal dazu überreden das Telefonat mit Izzy anzunehmen, dabei hatten gerade diese Gespräche ihr die Tage zuvor immer wieder Kraft gegeben, sie auch mal abgelenkt und wieder zum lachen gebracht. Alle merkten ,dass Izzy sehr wichtig für sie war. Er gab ihr die nötige Kraft um das durch zu stehen. Ganz im Gegensatz zu Tom, der sich in den vergangenen 2 Wochen gerade mal 3 Mal gemeldet hatte und diese Gespräche nur kurz waren und dazu meistens auch im Streit endeten. Beide waren mit dieser Situation einfach überfordert. Sie waren einfach noch zu jung um das mit der nötigen Coolness zu überstehen und standen ja gerade mal am Anfang ihrer Beziehung, wobei es jetzt schon nach dem Ende aussah.

JD lag wie auch die letzten Nächte wach im Bett und versuchte Nachzudenken. Es war alles so kompliziert. Seit sie diesen Zusammenbruch hinter der Bühne gehabt und das Gespräch mit Izzy abgelehnt hatte, hatte sie nichts mehr von ihm gehört. Sie war an der Reihe sich zu melden, was ihr unbeschreiblich schwer fiel. Sie hatte ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber, weil er sich so bemühte und sie es einfach nicht schaffte seine Nummer zu wählen. Immer wieder fiel ihr irgend eine Ausrede ein, womit sie sich vom letzten Tastendruck abhalten konnte. Izzy hatte schon mehrfach mit Sarah und Leon telefoniert und ihr immer wieder ausrichten lassen, das sie jeder Zeit anrufen konnte. Nervös kaute JD auf ihrer Lippe herum. Wieder schossen ihr Gedanken, wie das sie ihm zuviel werden könnte, er könnte sie abweisen und das würde ihr verdammt weh tun, das wußte sie. Sie vermisste ihn und wie schon sooft zuvor stand seine Nummer schon auf dem Display und sie mußte einfach nur noch auf den grünen Hörer drücken. Das schlechte Gewissen ,dass sie sich bis jetzt nicht überwunden hatte es einfach zu tun , ließ sie schließlich doch die Taste drücken. Das Tuten in der Leitung ließ ihren Körper vor Anspannung zittern. Dann vernahm sie seine Stimme und sie fühlte wie ihr Adrenalin in die Höhe schnellte: Sie konnte ein verschlafenes `Hey ´ hören und ärgerte sich innerlich schon wieder, dass sie solange gebraucht hatte um sich zu überwinden. Ein kurzer Blick auf ihren Wecker sagte ihr, das es kurz vor 2 Uhr nachts war. Na toll, jetzt wirst du es dir erst recht mit ihm versaut haben, schallt sie innerlich sich selbst. "Warte eben", flüsterte er und es war ein Rascheln am anderen Ende zuhören. Als sich das gelegt hatte, konnte sie ein leises Türen klappen vernehmen. "So" vernahm sie dann. "Sorry, dass ich dich so spät angerufen habe", entschuldigte JD sich nachdem sie jetzt Zeit genug gehabt hatte um wieder etwas ruhiger zu werden. "Ist schon OK", gähnte Izzy und ließ sich auf der Couch nieder. "Ich freue mich von dir zuhören, wie geht’s dir?" Setzte er noch nach. JD mußte schmunzeln. Warum nur hatte so eine Angst vor diesem Anruf gehabt. "Es geht so", kommentierte sie ihre Gemütslage, die aber allein durch das Hören seiner Stimme schon wieder auf den Weg nach oben war. Sie merkte, das sie ihn die letzten Tage sehr vermisst hatte. Seine Ruhe und seine professionelle Art mit den Medien und den Fans umzugehen, beeindruckten sie. Er gab ihr mit wenigen Worten die Kraft, die sie brauchte. Nach einigen Sätzen konnte man JD schon wieder lachen hören.

Izzy, der in den letzten Tagen hart mit sich kämpfen mußte, sie nicht doch anzurufen und für seine Kollegen schon fast ungenießbar geworden war, fühlte wie der Druck von ihm abfiel. Schnell hatten sie wieder ins Gespräch gefunden und er genoß es trotz der späten Uhrzeit und der Müdigkeit, ihrer Stimme lauschen zu können. Zu gerne hätte er sie jetzt bei sich gehabt, aber das war im Moment leider nicht möglich. Zum einen würde JD im Moment am liebsten auf einer einsamen Insel wohnen wollen, wo er sogar bereit war ihr zu folgen und zum anderen hatten sie einen Termin nach dem anderen um ihre CD zu promoten und hatten kaum Zeit auch nur genügend Schlaf zu bekommen. Dabei kam ihm in den Kopf, daß die Tour von Wild Confusion ja auch irgendwann jetzt beginnen müßte. "Sag mal, beginnt nicht irgendwann die Tage auch eure Städtetour?" Hakte er nach und im gleichen Moment spürte er, daß das wohl keine gute Frage gewesen war, denn am anderen Ende der Leitung wurde es still. "Hey, alles OK bei dir?" Fragte er besorgt. "Jap, alles OK", antwortete sie leise mit Tränen erstickter Stimme. Sie brauchte einen Augenblick bis sie sich wieder einigermaßen Gefangen hatte. Seit Tagen versuchte sie die Gedanken an den Tourstart zu verdrängen. Sie war sogar soweit gegangen, daß sie nicht an den Proben teilnahm.

"Izzy?" flüsterte sie dann, als sie sich wieder unter Kontrolle hatte, " Izzy ich hab solche Angst."

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In ihm krampfte sich alles zusammen. Sein Babe hatte Angst und er war so weit und konnte nicht bei ihr sein. "Wovor hast du Angst?" fragte er vorsichtig nach und hörte wie sie leise aufschluchzte und wohl versuchte sich wieder zu beruhigen. "Ich weiß, dass es wahrscheinlich Quatsch ist, aber was ist wenn Tokio Fans in unserem Publikum sind? Jede Nacht träume ich wie sie versuchen, das Konzert zu stören und alles außer Kontrolle gerät. Ich sehe in meinen Träumen immer wie Panik ausbricht und die auf die Bühne stürmen und auf mich zu gerannt kommen und ich kann dann einfach nicht weg...", versuchte sie ihm ihre Angst zu erklären. Es tat so unheimlich gut mit Izzy darüber zu reden. Bei ihm hatte sie das Gefühl, das er sie ernst nehmen würde. Als sie versucht hatte mit Leon und Sarah darüber zu reden, hatte Leon mit den Worten "warum sollten Tokiofans Geld für uns ausgeben" abgewunken und Sarah hatte versucht sie mit der Security zu beruhigen. Aber dennoch hatte sie jede Nacht wieder solche Träume.

Izzy hörte geduldig zu. Auch ihm war schon mal der Gedanke gekommen, das so etwas passieren könnte und er wußte auch genau, dass sich das nie würde ganz verhindern lassen. Dennoch versuchte er JDs Ängste zu zerstreuen. "Babe, selbst wenn hundert Tokiofans kommen, die würden doch bei der Masse an Leuten gar nicht auffallen. Ich denke nicht, dass sie sich in den großen Hallen so formieren könnten, dass sie zusammen stehen. Und selbst wenn ,dann stehen denen doch noch 3000 oder mehr Fans von euch gegenüber. Und ich denke, dass deine Fans sich für dich einsetzen werden." JD lauschte seinen Ausführungen. Recht hatte er ja. 100 gegen 3- 4 tausend war quasi nichts. "Aber sie werden bestimmt Plakate oder andere Sachen haben und ich weiß nicht, ob ich eineinhalb Stunden lesen möchte, dass ich eine Schlampe bin", gab sie weiter zu bedenken. Izzy schmunzelte. "Weißt du was ,dann unterbrecht ihr kurz und du bedankst dich höflich bei den Tokiofans, dass sie trotz ihrer Antipathie gegen dich , ihr Taschengeld für dich ausgegeben und sich draussen stundenlang angestellt haben. Ich denke dann hast du die Lacher auf deiner Seite und die Mädels sind aus dem Rennen." Nun mußte auch JD schmunzeln, wenn sie sich auch nicht sicher war, ob sie so etwas wirklich bringen könnte, so war doch zumindest die Vorstellung sehr amüsant. "Na, ich weiß nicht, ob ich das kann", flüsterte sie leise, aber ihrer Stimme nach konnte Izzy hören ,dass sie sich wieder beruhigt hatte.

Sie redeten noch eine Zeitlang und er wagte es dann sogar irgendwann das Thema Tom anzusprechen, da er von Leon und Sarah bereits gehört hatte, dass es wohl nicht so gut lief zwischen den Beiden und er sie nicht so unterstützte, wie es eigentlich nötig wäre, zumal es ja seine Fans waren, die es auf JD abgesehen hatten. JD erzählt ihm kurz und bündig wie die letzten Telefonate mit ihm abgelaufen waren und das er das alles relativ locker sah. Natürlich war auch Tom von dem Zwischenfall in der TV Show geschockt über das Verhalten gewesen, aber dennoch sah er das alles als `nicht so schlimm ´ an. Izzy glaubte nicht richtig zu hören und wäre am liebsten zu ihm gefahren um ihm mal anständig die Meinung zu geigen. Wie konnte er es nur so auf die leichte Schulter und sie mit ihren Ängsten nicht ernst nehmen. Seine positive Meinung über ihn verschlechterte sich mit jedem Wort was JD sprach. Er versuchte dennoch ruhig zu bleiben. Innerlich aber , schwor er sich , dass er sich ihn bei der nächsten Begegnung mal zur Brust nehmen würde. Sie sprachen noch etwas weiter und JD versprach sich gleich nach dem Tourauftakt der am übernächsten Tag stattfinden sollte, bei ihm zu melden.

Sie beendeten das Gespräch. Erschrocken sah JD auf ihr Display, was ihr nun anzeigte, dass sie fast eineinhalb Stunden telefoniert hatten und es für Izzy somit fast schon wieder Zeit zum Aufstehen hieß, da sie früh am Morgen ein Shooting für eine Zeitschrift hatten. In JD kam das schlechte Gewissen durch, da sie wußte, dass man gerade bei solchen Terminen jede Minute Schlaf nutzen sollte, die man am Abend zuvor bekommen konnte. Sie kuschelte sich in ihre Bettdecke und bereits nach wenigen Augenblicken war sie eingeschlafen.

Am nächsten Morgen stand sie erholt und gut gelaunt wieder auf. Es war seit langem die erste Nacht, wo sei keine Alpträume verfolgten hatten. Ihre Angst war zwar nach wie vor noch da, aber Izzy hatte ihr soviel Mut gemacht, dass sie sich stark genug fühlte, dem Druck stand zuhalten.

Mit einem Lächeln auf den Lippen ging sie zum Frühstück in den Essraum, wo bereits einige ihrer Geschwister und der Tourcrew saßen. Alle hatten mit Anspannung darauf gewartet, wie sich JD heute verhalten würde, da sie sich gerade auch die letzten Tage sehr zurückgezogen hatte und einige rechneten damit, dass sie gar nicht mitfahren und auftreten würde, denn sie hatte bis zu jetzigen Zeitpunkt noch nicht mal ansatzweise begonnen ihre Sachen zu packen. Um so erstaunter waren sie, als sie JD erblickten, wie sie fast schon fröhlich in den Raum kam. Sie schnappte sich einen Teller, belud ihn mit reichlich Essen und setzte sich zu den anderen. Schweigend beobachteten diese sie. Nachdem JD sich ihr Brötchen bereitet hatte, schaute sie auf. "Ist irgendwas?" Guckte sie fragend in die Runde. Einige schauten schnell weg, da sie befürchteten, dass JD wieder einer ihrer Ausraster bekommen könnte, was in den letzten 14 Tagen auch das ein oder andere Mal vorgekommen war. Nur Sarah begann zu grinsen. "Du hast ihn angerufen, oder?" JD nickte nur und biß herzhaft in ihr Brötchen. Damit war das Thema abgehakt und jeder widmete sich wieder seinem Essen bzw. seinem Gesprächspartner. Nachdem JD fertig, erhob sie sich. Sie ging zu Leon rüber ,der den Ablaufplan in seiner Hand hielt. Sie zog ihn den Plan aus den Finger und studierte ihn kurz. "Ok ich geh dann mal schnell packen", murmelte sie und gab Leon das Schriftstück lächelnd zurück.

Nachdem JD den Raum verlassen hatte, wurde das Gemurmel lauter und man konnte hören ,wie sich jeder über JDs Verhalten unterhielt. "Leon ging zu Sarah rüber und setzte sich kopfschüttelnd hin. " Wie macht er es nur ,das er sie mit einem Gespräch immer wieder so auf die Beine bekommt, wo sie sich erst so kurz kennen. Wir kennen sie schon so lange und erreichen nichts", seufzte er und blickte immer noch zur Tür, wo JD kurz vorher hinaus gegangen war. "Er kennt halt den Weg in ihr Herz und weiß, wie er es behandeln muß", sprach Sarah leise und drückte ihrem Freund einen Kuss auf die Stirn.

-75-

Izzy mußte sich am Morgen ziemlich aus dem Bett quälen. Trotzdem war seine Laune um einiges besser als die Tage zuvor. Herzhaft gähnend reckte und streckte er sich um dann aus den Van zu kletterte. Es war noch verdammt früh, aber wie immer war der Tag total ausgebucht. Es wunderte ihn immer wieder, dass sie nicht noch Zeiten für den Toilettengang zugeteilt bekamen.

Müde schlurften die Jungs ins Gebäude. Nachdenklich verzog sich Izzy in eine Ecke. Er war innerlich unruhig, weil er die ganze Zeit an JD denken mußte und daran, dass sie Angst hatte. Sie hatte ihm gesagt, dass sie mit dem Gedanken spielte gar nicht mit auf die Tour zu gehen, woraufhin er versucht hatte ihr die Angst zunehmen. Dennoch wußte er nicht, ob sie nicht vielleicht doch kneifen würde, was er nur zu gut verstehen konnte. Umso weniger Verständnis hatte er für das Verhalten von Tom. Aber er konnte im Augenblick nichts machen. Chris , der bemerkt hatte, dass sich Izzy etwas abgenabelt hatte, ging zu ihm herüber und ließ sich neben ihm nieder. "Und wie geht es JD?" fragte er leise nach ohne Izzy dabei an zugucken. Dieser zog erstaunt eine Augenbraue hoch. "Bist du doch wach geworden?" Fragte er, wobei ihm aber klar war, dass es wohl so war. "Ist schon Ok", gab Chris zurück und ließ sich dann von Izzy berichten wie das Telefonat abgelaufen war. Auch er war über das Verhalten von Tom etwas erbost. Allerdings gab er Izzy zu bedenken, daß er wohl noch nie dabei war, wenn die Fans JD attackierten und auch das Alter galt es zu berücksichtigen. Dennoch war das für Izzy keine Entschuldigung. Er war einfach nur um JD besorgt. Aber das Gespräch mit Chris, der geduldig zu gehört hatte, war für ihn auch befreiend. Er fühlte sich jetzt um einiges besser seine Gedanken und Emotionen mit jemanden austauschen zu können, auch wenn es nur kurz war, denn schon wurden sie zur Stylistin gerufen. Izzy verdrehte die Augen. "Die soll nicht glauben ,dass sie mir irgendwas anziehen kann, was mir nicht gefällt," murmelte er und stand auf. Chris konnte sich ein lachen nicht verkneifen. Aber er bewunderte Izzy auch für sein selbstbewußtes Auftreten. Wenn er was nicht wollte, dann machte er es auch nicht. Da war es ganz egal, womit Mark und Mike drohten. Er hingegen fügte sich da schon eher.

Wenige Minuten später begann ihr Shooting und Izzy war froh mit Chris geredet zu haben, denn nun hatte er den Kopf wieder frei.

Zur gleichen Zeit nur einige hundert Kilometer weiter weg, machte sich JD daran zu packen. In Windeseile hatte sie ihren Kofferinhalt zusammen und begann die Sachen nun zu verstauen. Im nachhinein konnte sie wieder einmal nicht verstehen ,dass sie gezögert hatte Izzy anzurufen. Er war der beste Freund, den man sich nur wünschen konnte und er war sogar noch mehr für sie. Sie hatte das Gefühl, dass sie so etwas wie Seelenverwandte waren, wenn es das denn gab. Er wußte auch ohne vieler Worte, wie es in ihr ausschaute und er wußte sie immer aufzubauen, wenn es ihr nicht gut ging. Sie guckte noch einmal durch ihr Zimmer, ob sie etwas vergessen hatte und ging dann mit ihrem Gepäck nach unten, wo bereits ein riesiger Haufen aus Taschen, Tüten und Koffern stand. Es war ihr immer wieder ein Rätsel, wie das alles samt seiner Besitzer in den Bus passte. Und während sie schmunzelnd den Haufen betrachtete , machte sich ein Gefühl von Vorfreude auf die Konzerte breit. Ja sie freute sich, ihre Angst war zwar immer noch da, aber Izzy hatte schon recht. Was sollten die Tokiofans denn ausrichten, selbst wenn es hundert oder vielleicht sogar zweihundert waren, dann waren sie immer noch wenig und wahrscheinlich auch zu wenige um zu stören. Sie wollte sich ihre letzte Tour nicht versauen lassen. Nach den letzten Tagen war ihr klar geworden ,dass sie aussteigen würde. Aber dennoch freute sie sich auf die bevorstehende Tour mit ihrer Familie.

Nachdem Fotoshooting und einem Promotiontermin kamen die Jungs erschöpft zurück in ihre WG. Izzy verzog sich gleich auf sein Zimmer, während die anderen Jungs sich wie immer um das Bad stritten. Er hingegen hatte das Bedürfnis alleine zu sein. Rücklings ließ er sich auf sein Bett fallen und starrte minutenlang nichts denkend an die Decke. Trotz seiner Müdigkeit war er immer noch innerlich unruhig. Dieses Gefühl machte ihm bewußt, wie sehr sie ihm fehlte. Wie von selbst angelte sich seine Hand das Handy aus seiner Tasche und sein Daumen tippte suchend im Kontaktregister nach ihrer Nummer. Während Izzy dem Freizeichengeräusch lauschte, sagte er sich innerlich, dass sie eine Kurzwahltaste verdient hätte. Kaum war der Gedanke ausgedacht, hörte er am anderen Ende ihre Stimme. Sie klang gut gelaunt. Während sie herum flachsten, fiel ihm auf ,dass seine innere Unruhe wie weggeblasen war.

Der Tourbus war gerade vor dem Hotel angehalten, als plötzlich ihr Handy klingelte. Zuerst dachte sie ,dass Tom sich endlich mal wieder melden würde. Sie hatte mehrfach versucht ihn zu erreichen, aber jeder Versuch war bis jetzt fehlgeschlagen. Die Stimme am anderen Ende der Leitung zauberte ihr sofort wieder ein Lächeln auf den Lippen. Lachend betrat sie mit ihrer Familie die Hotellobby und ignorierte die auf sie wartenden Tokiofans. Leon schleuste sie dort geschickt vorbei, während sie weiterhin am telefonieren war. Es tat allen gut sie wieder so befreit zu sehen und ihre Ängste schienen wie ausradiert. Leon überlegte bereits, ob man Izzy nicht als weiteres Familienmitglied aufnehmen könnte, denn er war einfach beeindruckt was für einen guten Einfluss er auf JD hatte. Woran sie seit nunmehr als 2 Jahren herum dokterten, regelte er mit ein paar kleinen Telefonaten.

Mit Spaß wünschenden Worten und dem Versprechen abnehmend, dass sie sich sofort nach der Konzertende melden würde, verabschiedete sich Izzy. Fast schon widerwillig legte er auf. Zum ersten Mal an diesem Tag fühlte er sich richtig gut und war trotz des Stresses entspannt. Mit diesem Gefühl begab er sich nun unter die Dusche und gesellte sich dann zu den anderen Jungs vor den Fernseher.

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